Erwachsenenhospizdienst Mosbach
Erwachsenenhospizdienst Mosbach ambulant - ökumenisch

Einblick in unsere Arbeit

Mit Presseartikeln und anderen Berichten möchten wir Sie hier über die Arbeit und Angebote des Erwachsenenhospizdienstes Mosbach informieren. Gleichzeitig soll unsere Öffentlichkeitsarbeit helfen, die Gesellschaft für die Belange schwerstkranker und sterbender Menschen zu sensibilisieren und der Tabuisierung von Sterben, Tod und Trauer entgegenzuwirken.

Meine Skulptur (er)schaffen

Kreative Verarbeitung von Erfahrungen in der Sterbebegleitung

Mai 2022

Herze, Kreuze, Handschmeichler und fantasievolle Formen aus Speckstein bringen zum Ausdruck, wofür manchmal die Worte fehlen.

Gedanken, Persönlichkeit, Gefühle oder Spiritualität zum Ausdruck bringen – nicht mit Worten, sondern mit Formen – war Thema des Kurses „Meine Skulptur (er)schaffen“, der am 14. Mai 2022 im Bildungshaus Neckarelz unter der Leitung von Heidemarie Mienert-Jähner stattfand. Eine Gruppe Ehrenamtlicher des Erwachsenenhospizdienstes Mosbach nahm daran teil. Die Hospizbegleiterinnen und -begleiter sägten, klopften, feilten und polierten Specksteine, bis eindrucksvolle Werke entstanden waren: Herzen, Kreuze, Handschmeichler und fantasievolle Formen. „Die Skulpturen zeigen, mit wie viel Herz, Seele und Gesicht unsere Ehrenamtlichen in der Begleitung handeln“, sagt Hospizkoordinatorin Olga Schmelcher-Kölbel. Bei einer Sterbebegleitung können Fragen aufkommen, auf die es keine Antwort gibt. Die Ehrenamtlichen reflektieren deshalb ihre Einsätze regelmäßig in einer Supervision. Kreatives Arbeiten wie in diesem Kurs ist eine zusätzliche Möglichkeit, Erfahrungen zu verarbeiten, nicht nur für die Begleitenden, sondern auch für Betroffene und Angehörige.

Hospizarbeit lehrt fürs Leben

Seit 25 Jahren begleitet der Erwachsenenhospizdienst Mosbach Schwerstkranke, Sterbende und deren Angehörige

November 2021

25 Jahre Erwachsenenhospizdienst MosbachSeit 25 Jahren begleiten Agnes Sax (links), Hildegard Ehret (Mitte) und Frigga Bodenmüller (nicht im Bild) Menschen am Lebensende. Die drei Frauen gehören zu den ersten Ehrenamtlichen des Erwachsenenhospizdienstes Mosbach, der sich 1996 gründete. Heute koordiniert Olga Schmelcher-Kölbel (rechts) die Einsätze der Ehrenamtlichen.

Bei der Begleitung von Sterbenden lerne man viel fürs Leben – das haben Frigga Bodenmüller, Hildegard Ehret und Agnes Sax in 25 Jahren ambulanter Hospizarbeit erfahren. Die drei Frauen gehören zu den ersten Ehrenamtlichen, die für den Erwachsenenhospizdienst Mosbach im Einsatz waren, und sie begleiten auch heute noch Schwerstkranke, Sterbende und deren Angehörige. Anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Dienstes blicken die drei Hospizbegleiterinnen zurück und erzählen von bewegenden Momenten.

Der Erwachsenenhospizdienst gründete sich 1996 unter der Bezeichnung „Ambulanter Ökumenischer Hospizdienst Mosbach“ und war seinerzeit einer der ersten Dienste dieser Art. Inzwischen hat sich die Zahl der ambulanten Hospiz- und Palliativdienste in Deutschland mehr als verdreifacht. Heute können Betroffene auf die Hilfe von rund 1.500 Hospizdiensten zurückgreifen. Der Erwachsenenhospizdienst wird ökumenisch getragen, kann aber unabhängig von der Kirchenzugehörigkeit in Anspruch genommen werden. Verantwortlich für den Dienst ist Olga Arnold, Geschäftsführerin der Evangelischen Sozialstation Mosbach.

Im November 1996 begann der erste Qualifizierungskurs für Hospizbegleiter in Mosbach. Bodenmüller, Ehret und Sax absolvierten zusammen mit zwölf weiteren Interessierten die sechsmonatige Ausbildung. Der Qualifizierungskurs, der mittlerweile 20 Termine verteilt über ein Jahr umfasst, ist Vorrausetzung für die ehrenamtliche Mitarbeit bei einem Hospizdienst.

Hospizarbeit ist fordernd und vielseitig

Die Ehrenamtlichen besuchen Patienten und Angehörige zu Hause, im Krankenhaus oder Pflegeheim und schenken ihnen Zeit für Gespräche, Zuhören oder Seelsorge. „Ich begleite gerne in Familien“, sagt Bodenmüller. Sie wünsche sich, dass Angehörige den Mut haben, ein Sterben zu Hause zu ermöglichen. „Wir bieten Unterstützung von außen.“

Sterbebegleitungen sind so unterschiedlich wie die betroffenen Menschen. Von Schwerstkranken, die dasitzen und auf den Tod warten, bis zu Angehörigen, die sich „Humor bis zum Finale“ wünschen, habe Sax alle Facetten erlebt. Auch die Dauer der Einsätze ist in der Praxis sehr variabel: Der längste Einsatz von Ehret dauerte über sechs Jahre, ihr kürzester gerade einmal 15 Minuten.

Die Begleitungen stellen die Ehrenamtlichen immer wieder vor neue Herausforderungen. „Wir wissen nicht, was uns erwartet“, erzählt Bodenmüller. Für sie gebe es kein Rezept für die Sterbebegleitung. „Ich muss fühlen, wie es dem Patienten geht, hinhören und wahrnehmen und dann meiner Intuition folgen, etwas zu tun oder zu lassen.“

Ohne Intuition hätte Ehret ihren 15-Minuten-Einsatz verpasst, denn man hatte die Patientin nicht als akut sterbend eingeschätzt. Ehret vertraute aber ihrem Bauchgefühl und besuchte sie umgehend. Weil die Patientin Musik liebte, spielte die Hospizbegleiterin ihr auf dem Akkordeon vor. Während des dritten Liedes starb die Patientin.  

Oft haben die kleinen Dinge am Lebensende eine große Bedeutung: noch einmal einen Schluck vom Lieblingsgetränk nehmen, die klare Winterluft schnuppern oder das Lieblingslied hören. Manchmal koste es zunächst Überwindung, die Wünsche der Sterbenden zu erfüllen, gesteht Bodenmüller. Eine Patientin hatte sie einmal gebeten, ihr nach dem Tod die Fingernägel rot zu lackieren – die Hospizbegleiterin tat es gemeinsam mit einer Pflegekraft.

Abschied nehmen kann man üben

Sax betont, dass die Hospizbegleiter nicht nur für die Sterbenden da seien, sondern auch den Angehörigen beistünden. „Sterbende sind meist friedlich. Sie brauchen viel Ruhe, da muss man manchmal gar nicht viel machen“, erklärt sie. „Aber die Angehörigen können das Sterben oft nicht akzeptieren.“ Die fehlende Akzeptanz hänge auch mit der Tabuisierung von Sterben, Tod und Trauer in unserer Gesellschaft zusammen. Die meisten Menschen hätten wenig Berührung mit diesen Themen. Oftmals werde die Endlichkeit des Lebens verdrängt. Dabei könne man Abschied nehmen üben, weiß Sax. „Wir erleben immer wieder Verluste in unserem Alltag und können darauf achten, sie bewusst wahrzunehmen.“ Das können Kleinigkeiten sein, zum Beispiel wenn im Herbst die Blätter fallen. Sax sagt: „Wenn man sich mit dem eigenen Sterben anfreundet, kann das Leben sogar lebendiger werden. Manches, was einem bisher wichtig erschien, ist es dann gar nicht mehr.“

Sich mit dem Sterben auseinanderzusetzen, finden auch Ehret und Bodenmüller wichtig. Bodenmüller denkt dabei ganz praktisch: „Die engsten Angehörigen sollten wissen, wie man sich die eigene Beerdigung vorstellt.“ Diese Vorstellung könne sich im Laufe des Lebens ändern. Daher sollte man ab und zu das Gespräch in der Familie suchen. „Das verbindet und hilft, dass wir nicht angstvoll auf das Sterben blicken.“

Viele Schwerstkranke und Sterbende erleben mit ihren Angehörigen eine sehr kostbare und intensive Zeit. Die Angehörigen erfahren oft, dass sie viel stärker sind als gedacht. „Noch einmal etwas Schönes zusammen erlebt zu haben, auch wenn es anstrengend und leidvoll war, ist später wie ein Geschenk des Verstorbenen an die Angehörigen“, erklärt Bodenmüller. „Das hilft auch bei der Trauerbewältigung.“

Spenden ermöglichen hospizliche Angebote

Seit seiner Gründung habe der Erwachsenenhospizdienst über 400 Menschen beim Sterben begleitet, fasst Geschäftsführerin Arnold zusammen. Viele Interessierte wurden in Qualifikationskursen zu ehrenamtlichen Hospizbegleitern ausgebildet. Trauernde haben Hilfe und Zuspruch im Trauercafé oder bei Trauerspaziergängen gefunden. Regelmäßig veranstaltete der Dienst Infoabende zur Begleitung am Lebensende und organisierte Vorträge rund um Sterben, Tod und Trauer. Kinofilme, die diese Themen aufgreifen, wurden in Sondervorstellungen gezeigt. Immer wieder gab es Events wie Buchlesungen, Tage der offenen Tür, Hospizgottesdienste und Benefizkonzerte.

Die hospizlichen Angebote sind für die Betroffenen kostenfrei. Während es in der Anfangszeit keine finanzielle Förderung für Hospizdienste gab, ist die Hospiz- und Palliativarbeit inzwischen gesetzlich verankert. Die erbrachten Leistungen werden von den Krankenkassen über eine Pauschale vergütet. Dadurch können jedoch nicht alle Kosten gedeckt werden und der Erwachsenenhospizdienst ist auf Spenden angewiesen.

Lebensqualität steht im Vordergrund

Heute sind 26 Frauen und Männer unter der Leitung von Hospizkoordinatorin Olga Schmelcher-Kölbel im Einsatz. Schmelcher-Kölbel möchte die Menschen ermutigen, den Erwachsenenhospizdienst rechtzeitig in Anspruch zu nehmen. Die Hemmschwelle, den Dienst zu kontaktieren, sei oft sehr groß, erklärt sie. Viele Menschen schrecke der Begriff „Hospiz“ ab und sie warten (zu) lange, bis sie Hilfe suchen. Die Hospizarbeit umfasst mehr als nur Sterbebegleitung und setzt deutlich früher an. Bei der Hospizidee steht der Erhalt der Lebensqualität von Erkrankten und Angehörigen im Vordergrund. Ziel ist, dass Schwerstkranke auch ihre letzten Monate und Wochen als lebenswerte und wertvolle Zeit erleben.

Gemeinsam setzt sich das Team des Erwachsenenhospizdienstes dafür ein, dass der Wunsch, zu Hause zu sterben, für möglichst viele Menschen im Raum Mosbach in Erfüllung gehen kann. Bodenmüller, Ehret und Sax würden sich jederzeit wieder für dieses besondere Ehrenamt entscheiden. „Ich habe viel für mein Leben gelernt“, fasst Sax zusammen. „Man wird demütiger und erkennt, was im Leben wirklich zählt.“

Historie des Erwachsenenhospizdienstes Mosbach

  • 1996: Gründung des Ambulanten Ökumenischen Hospizdienstes Mosbach unter ökumenischer Trägerschaft.
  • 1997: Abschluss des ersten Qualifikationskurses für die Sterbebegleitung im Ehrenamt mit 15 Teilnehmenden. Erste Leitung des Dienstes: Elisabeth Bengsch, Pflegedienstleiterin der Evangelischen Sozialstation Mosbach.
  • 2010: Einführung des Trauercafés als offene Begegnungsmöglichkeit für Trauernde.
  • 2012: Kooperationsvereinbarungen für Begleitungen in Pflegeheimen.
  • 2014: Umzug in die Räumlichkeiten am Franz-Roser-Platz 2 in Mosbach gemeinsam mit dem Ambulanten Kinderhospizdienst Neckar-Odenwald-Kreis.
  • 2018: Kooperationsvereinbarung für Begleitungen in den Neckar-Odenwald-Kliniken am Standort Mosbach.
  • 2019: Anpassung des Namens: Erwachsenenhospizdienst Mosbach.
  • 2020: Trauerspaziergänge ersetzen während der Corona-Pandemie das Trauercafé.

Sie helfen, letzte Wünsche zu erfüllen

Am 9. Oktober ist Welthospiztag

Oktober 2021

Die Mitarbeitenden des Erwachsenenhospizdienstes Mosbach möchten am Welthospiztag mit bunten Bodenplakaten für die Belange von Schwerstkranken und Sterbenden sensibilisieren und über die Angebote ihres Dienstes informieren (von links): Hospizkoordinatorin Olga Schmelcher-Kölbel und die Ehrenamtlichen Gerhard Kohler, Bärbel Glatfeldt, Hildegard Ehret und Susanne Schürle.

„Ich bin tot“, würde Marlis N. sagen. „Dank meiner Palliativärztin hatte ich ein friedliches Sterben – ohne dass meine Lebenszeit verkürzt wurde.“ Das ist eines der Zitate, mit denen Verstorbene am Welthospiztag, dem 9. Oktober, „zu Wort“ kommen sollen. Hospiz- und Palliativdienste wollen an diesem zentralen Gedenktag zeigen, was Hospizarbeit und Palliativversorgung bewirken können. Der Welthospiztag steht diesmal unter dem Motto „Leben! Bis zum Schluss“.

In Deutschland können Betroffene derzeit die Hilfe von etwa 1.500 ambulanten Hospizdiensten kostenfrei in Anspruch nehmen. Einer dieser Dienste ist der Erwachsenenhospizdienst Mosbach. Dort sind 26 qualifizierte Frauen und Männer ehrenamtlich im Einsatz und schenken Betroffenen Zeit für Gespräche, Zuhören oder Seelsorge. Sie begleiten Schwerstkranke und Sterbende zu Hause, im Pflegeheim oder Krankenhaus und stehen den Angehörigen bei. Hospizkoordinatorin Olga Schmelcher-Kölbel organisiert bei Bedarf weitere Hilfen wie die Palliativversorgung. „Das Leben kann gut zu Ende gehen, ohne es künstlich zu verlängern oder zu verkürzen“, ist Schmelcher-Kölbel überzeugt. „Aber der Patient muss gut begleitet sein.“

Der hospizlichen Fürsorge steht das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Recht auf selbstbestimmtes Sterben entgegen, welches der diesjährige Welthospiztag thematisch aufgreift. Das Gericht hatte im Februar 2020 das Verbot geschäftsmäßiger Sterbehilfe gekippt. Dadurch ist die gesellschaftliche Diskussion um die Suizidbeihilfe neu entflammt.

Schwerstkranke, die den Wunsch nach selbstbestimmtem Sterben äußern, habe auch Schmelcher-Kölbel schon vereinzelt erlebt. Dass manche Patienten diesen Gedanken haben, weil sie die Alternativen nicht kennen, könne die Hospizkoordinatorin verstehen. Schmelcher-Kölbel möchte aufklären: „Jeder soll wissen, welche Unterstützung es für ein würdevolles Leben bis zum Schluss gibt.“ Sie zählt auf: „Ambulanter Hospizdienst, Palliativversorgung, ambulante Pflege, Palliativstation, stationäres Hospiz, Seelsorge – es gibt viele Möglichkeiten.“

Hospizliche Begleitung und Palliativversorgung berücksichtigen die Ängste der Patienten vor Schmerzen, dem Alleinsein oder dem Gefühl, anderen zur Last zu fallen. Laut Deutschem Hospiz- und Palliativverband (DHPV) zeige die praktische Erfahrung, dass Menschen vom Sterbewunsch Abstand nähmen, wenn sie sich bei schwerer Krankheit und am Lebensende gut begleitet und versorgt wüssten.

Die Ehrenamtlichen des Erwachsenenhospizdienstes unterstützen Schwerstkranke individuell bei der Gestaltung der verbleibenden Lebenszeit. Als Gerhard Kohler beispielsweise einen Mann begleitete, dem die Gartenarbeit trotz schwerer Krankheit wichtig war, sind die beiden oft zum Gartengrundstück gefahren. Die Kartoffeln hatte der Patient noch selbst gepflanzt – geerntet hat er sie gemeinsam mit dem Hospizbegleiter.

Oft brauche es gar nicht viel; da reiche schon Zuhören, weiß Kohler. Er begleitete einen Mann, der in den Wirren des zweiten Weltkrieges aufgewachsen war und ihm seine Lebensgeschichte erzählen wollte. In fünf Besuchen schilderte der Patient sein ganzes Leben. Dann war alles gesagt. Zwei Tage später starb er. „Das sind Schlüsselerlebnisse, die die Hospizarbeit besonders machen“, meint Kohler.

Dass das Leben trotz schwerer Krankheit lebenswert sein kann, sieht Hospizbegleiterin Hildegard Ehret. Seit über vier Jahren begleitet sie Caroline Reznik, die an amyotropher Lateralsklerose (ALS) leidet. ALS ist eine lebensverkürzende degenerative Nervenkrankheit, bei der nach und nach alle Körperfunktionen verloren gehen. Wie ein „Sterben in Zeitlupe“ beschreibt Reznik es in ihrem gleichnamigen Buch. Trotz mittlerweile nahezu vollständiger Lähmung sei die Patientin zufrieden. Als Reznik sich wünschte, ihren minderjährigen Sohn in seinem neuen Zuhause zu besuchen, vermittelte Hospizbegleiterin Ehret den Letzte-Wünsche-Wagen, mit dem der Rollstuhltransport möglich war. So konnte Reznik einen Eindruck gewinnen, wie ihr Sohn in Zukunft aufwachsen werde.

Der Erwachsenenhospizdienst Mosbach setzt sich seit 25 Jahren für die Belange von Schwerstkranken und Sterbenden ein und hilft durch einfühlsame Begleitung am Lebensende. Am Welthospiztag möchte der Dienst seine Arbeit mit einem Infostand in der Mosbacher Fußgängerzone vorstellen. Dort werden auf großen, vom DHPV gestalteten Bodenplakaten fiktive Zitate von Verstorbenen zu lesen sein.

Mehr Lebensqualität für Schwerstkranke

Neue Koordinatorin beim Erwachsenenhospizdienst Mosbach

August 2021

Olga Schmelcher-Kölbel ist Koordinatorin des Erwachsenenhospizdienstes Mosbach und organisiert individuelle Begleitungen für Schwerstkranke, Sterbende und deren Angehörige.

„Wie das Zusammensetzen eines Mosaiks“, so beschreibt Olga Schmelcher-Kölbel ihre neue Tätigkeit. Seit Kurzem ist die gelernte Krankenschwester Koordinatorin des Erwachsenenhospizdienstes Mosbach. Der Dienst begleitet Schwerstkranke, Sterbende und deren Angehörige und hilft bei der Organisation von ambulanter Pflege und Palliativversorgung. So können viele Patienten am Lebensende in ihrer vertrauten Umgebung bleiben.

Besonders wichtig ist für Schmelcher-Kölbel, „dass der Fokus nicht nur auf der lebensverkürzenden Erkrankung liegt“, sondern dass auch die seelischen, sozialen und spirituellen Bedürfnisse des Patienten bei einer Begleitung berücksichtigt werden. Hier spielen die 26 Ehrenamtlichen, deren Einsatz Schmelcher-Kölbel koordiniert, die tragende Rolle. Die Frauen und Männer kommen zu den Patienten nach Hause oder besuchen sie in Pflegeeinrichtungen oder im Krankenhaus. Die Ehrenamtlichen schenken Zeit für Gespräche, Zuhören oder Seelsorge und sind für Patienten wie Angehörige eine große Stütze.

Was genau ein Mensch braucht, um auch am Lebensende noch Lebensqualität spüren zu können, versucht Schmelcher-Kölbel täglich aufs Neue herauszufinden. Wie bei einem Mosaik setzt sie einzelne Bausteine aus Pflege, seelischer und sozialer Zuwendung zusammen. So werden individuelle Begleitungen am Lebensende möglich. „Der Zugang zu den Patienten ist immer unterschiedlich. Dem einen helfen Gespräche, dem anderen tut eine Handmassage mit ätherischen Ölen gut. Manche möchten Nähe, andere brauchen etwas mehr Abstand“, erklärt die Hospizkoordinatorin.

Aber: „Was hilft, kann man nicht in ein, zwei Tagen herausfinden. Da braucht man etwas Zeit.“ Und damit bringt Schmelcher-Kölbel das auf den Punkt, was es schwierig macht, wenn man bei der Begleitung individuell auf den Patienten eingehen möchte: „Die Angehörigen melden sich oft sehr spät. Manchmal erst, wenn der Patient schon im Sterben liegt. Das hat mich anfangs überrascht.“ Die Koordinatorin betont, dass Palliativversorgung nicht erst beim Sterben beginne. Bereits bei der Diagnose einer lebensverkürzenden Erkrankung können sich Betroffene an den Hospizdienst wenden.

Schmelcher-Kölbel möchte Mut machen: „Eine Diagnose muss nicht gleich das Ende bedeuten. Vielleicht ist noch Zeit, eine Reise zu machen, die Dinge anzugehen, die einem wichtig sind, die man aber immer aufgeschoben hat.“ Wenn eine Therapie nicht greift, werden die Pläne angepasst. Dann tauscht Schmelcher-Kölbel die Steinchen im Mosaik aus. Die Angst vor dem Sterben kann die Hospizkoordinatorin den Betroffenen nicht nehmen. „Aber man kann lernen, mit der Angst umzugehen.“

Schon ihr ganzes Berufsleben lang versorgt Schmelcher-Kölbel Kranke und begleitet sie durch schwere Zeiten. Als die Palliativstation in Buchen 2017 öffnete, begann sich die Krankenschwester verstärkt für Palliative Care  – die Palliativversorgung – zu interessieren. Mit der Koordinatorenstelle ist „diese Flamme“ jetzt aufgelodert: Seit Juni macht Schmelcher-Kölbel eine berufsbegleitende Weiterbildung in Palliative Care. Mit diesem Wissen möchte sie künftig mehr Möglichkeiten schaffen, mit denen Schwerstkranken das Leben lebenswerter gemacht werden kann. Und so ist die Hospizkoordinatorin weiter auf der Suche nach passenden Mosaiksteinchen. 

Rotary Club NOK unterstützt Erwachsenenhospizdienst Mosbach

Rotarier spenden 1.500 Euro für die ambulante Hospizarbeit

Januar 2021

Spende Rotary Club NOK 2021Clubpräsident Oliver Lichti (Mitte) und Jens Kleine (rechts) vom Rotary Club Neckar-Odenwald-Kreis überreichten vor Kurzem den Spendenscheck an Olga Arnold (links), Geschäftsführerin der Evangelischen Sozialstation Mosbach. Sie ist verantwortlich für den Erwachsenenhospizdienst Mosbach und freut sich über die finanzielle Unterstützung des Rotary Clubs.

Die ambulante Hospizarbeit leidet unter dem anhaltenden Corona-Lockdown. Kontaktbeschränkungen und Besuchsverbote in Krankenhäusern und Pflegeheimen machen gewohnte Hospizbegleitungen, bei denen die Nähe eines einfühlsamen Menschen so wichtig ist, zum Teil unmöglich. Zum Schutz aller Beteiligten weicht man beim Erwachsenenhospizdienst Mosbach inzwischen je nach Infektionslage auch auf kontaktlose Begleitungen aus: Die Ehrenamtlichen rufen in Absprache mit den Betroffenen an, schreiben Briefe oder E-Mails, schicken Videonachrichten, Postkarten oder einen Blumengruß. Auch Trauerbegleitungen sowie Beratungen zur Palliativpflege finden nach individueller Absprache meist über alternative Kanäle statt. So sind selbst während des strengen Lockdowns Hilfe und Unterstützung möglich.

Jedoch machen sich die Auswirkungen der Pandemie auch finanziell bemerkbar: Damit die Leistungen für die Betroffenen kostenfrei in Anspruch genommen werden können, werden ambulante Hospizdienste von den Krankenkassen über eine Pauschale vergütet. Diese wird im Corona-Jahr wohl deutlich geringer ausfallen. Auch schon vor der Pandemie konnten damit längst nicht alle Kosten gedeckt werden.

Umso mehr freut man sich beim Erwachsenenhospizdienst Mosbach über eine großzügige Spende des Rotary Clubs Neckar-Odenwald-Kreis. Olga Arnold, Geschäftsführerin der Evangelischen Sozialstation Mosbach und verantwortlich für den Erwachsenenhospizdienst, nahm den Spendenscheck in Höhe von 1.500 Euro entgegen und dankte Clubpräsident Oliver Lichti und Jens Kleine. Bereits seit der Gründung im Jahr 2003 unterstützt der Rotary Club Neckar-Odenwald-Kreis regelmäßig caritative Einrichtungen in der Region. Der Betrag, der nun dem Erwachsenenhospizdienst zugutekommt, soll unter anderem für die Weiterbildung der ehrenamtlichen Hospizbegleiter eingesetzt werden.

Bei den Clubtreffen der Rotarier, die zurzeit aufgrund des Lockdowns online stattfinden, stehen immer wieder neue Themen im Mittelpunkt. Vor Kurzem war Christina Bock vom Erwachsenenhospizdienst dort virtuell zu Gast. Sie gab einen Einblick in die ambulante Hospizarbeit und stellte die Angebote des Dienstes vor. Vorträge zu den Themen Sterben, Tod und Trauer sind ein wichtiger Baustein der Öffentlichkeitsarbeit von Hospizdiensten und sollen nicht nur über Möglichkeiten der Unterstützung informieren, sondern auch der Tabuisierung dieser Themen in der Gesellschaft entgegenwirken. Beim Erwachsenenhospizdienst Mosbach werden solche Vorträge je nach Zielgruppe individuell gestaltet und zurzeit als online-Präsentation per Videokonferenz angeboten. 

1.000 Euro für die ambulante Hospizarbeit

Dezember 2020

Spendenübergabe Immobilienunternehmen BeetzIn frischem Rot und Grün strahlen die neuen Stühle, die mit der Spende von Immobilienmakler Uwe Beetz (Mitte) finanziert und von den beiden Hospizdiensten genutzt werden. Olga Arnold (verantwortlich für den Erwachsenenhospizdienst Mosbach, links) und Felizitas Zürn (Vorsitzende des Kinder- und Jugendhospizdienstes Neckar-Odenwald-Kreis, rechts) nahmen die Spendenschecks dankend entgegen.

Der Kinder- und Jugendhospizdienst Neckar-Odenwald-Kreis und der Erwachsenenhospizdienst Mosbach erhielten vom Immobilienunternehmen Beetz eine Spende über insgesamt 1.000 Euro. Felizitas Zürn, Vorsitzende des Kinder- und Jugendhospizdienstes, und Olga Arnold, Geschäftsführerin der Evangelischen Sozialstation Mosbach und verantwortlich für den Erwachsenenhospizdienst, nahmen die Schecks vor Kurzem entgegen und dankten Uwe Beetz. Der Immobilienmakler ist seit zehn Jahren im Raum Mosbach tätig und spendete anlässlich seines Firmenjubiläums. Damit möchte er die beiden ortsansässigen Einrichtungen unterstützen.

Der Betrag soll für etwas ganz Praktisches eingesetzt werden: Neue Stühle werden für den Gruppenraum benötigt, der von beiden Hospizdiensten gemeinsam genutzt wird. Die Dienste veranstalten dort unter anderem ihre Supervisionen, bei denen die ehrenamtlichen Hospizbegleiterinnen und -begleiter unter professioneller Anleitung ihre Arbeit reflektieren können. Der Erwachsenenhospizdienst lädt in diesem Raum Angehörige von Verstorbenen zum Trauercafé ein; der Kinder- und Jugendhospizdienst nutzt den Raum für Familiennachmittage oder Angebote für Geschwister von lebensverkürzend erkrankten Kindern.

Obwohl ambulante Hospizdienste von den Krankenkassen finanziell gefördert werden, können dadurch längst nicht alle Kosten gedeckt werden. Deshalb sind die Dienste auf Spenden angewiesen, um auch in Zukunft Menschen in schweren Zeiten begleiten zu können. 

Anerkennung in der Ausnahmesituation

Am 5. Dezember ist Tag des Ehrenamtes - Erwachsenenhospizdienst bittet um Spenden

Dezember 2020

EhrenamtDas Ehrenamt ist die wichtigste Stütze in der ambulanten Hospizarbeit.

Ohne sie läuft nichts: Ehrenamtliche sind die wichtigste Stütze in der ambulanten Hospizarbeit. Am 5. Dezember, dem Tag des Ehrenamtes, soll die ehrenamtliche Mitarbeit in diesem und vielen anderen Bereichen besonders gewürdigt werden. Ziel des internationalen Gedenktages, der seit 1986 stattfindet, ist die Anerkennung und Förderung des ehrenamtlichen Engagements.

Beim Erwachsenenhospizdienst Mosbach sind derzeit knapp 30 ehrenamtliche Hospizbegleiterinnen und -begleiter im Einsatz. Sie schenken schwerstkranken und sterbenden Menschen Zeit für Gespräche, Zuhören oder Seelsorge und begleiten die Betroffenen und Angehörigen sowohl zu Hause als auch in Pflegeeinrichtungen oder im Krankenhaus. Die Ehrenamtlichen kommen aus unterschiedlichen Lebenssituationen – Frauen und Männer, Berufstätige und Rentner. Jeder bringt seine persönliche Erfahrung mit den Themen Sterben, Tod und Trauer mit, welche bei vielen ausschlaggebend für die Mitarbeit im Dienst war. Alle Ehrenamtlichen haben eine zwölfmonatige Ausbildung absolviert, die zur Sterbebegleitung qualifiziert. Die Arbeit im Hospizdienst ist nämlich nicht nur eine erfüllende Aufgabe, sondern erfordert auch ein gewisses „Rüstzeug“.

Neben dem Qualifizierungskurs gibt es für die Hospizbegleiterinnen und -begleiter Weiterbildungsangebote sowie regelmäßige Supervisionen, denn die Reflexion der eigenen Arbeit ist in der Sterbebegleitung unerlässlich. Damit die Hilfe bei den Betroffenen auch ankommt, müssen die Einsätze der Ehrenamtlichen koordiniert und fachlich begleitet werden. All dies sind Kostenpunkte, die der Hospizdienst finanzieren muss. Die Betroffenen können hingegen alle Angebote des Dienstes kostenfrei in Anspruch nehmen.

Die erbrachten Leistungen des Hospizdienstes werden nicht direkt bezahlt, sondern von den Krankenkassen über eine Pauschale vergütet. Dadurch können – auch ohne Corona-Pandemie – längst nicht alle Kosten gedeckt werden. Um die Finanzierungslücke zu schließen, ist der Dienst auf Spenden angewiesen. Die coronabedingte Ausnahmesituation  in diesem Jahr macht dem Erwachsenenhospizdienst besonders zu schaffen. Vieles war oder ist nur eingeschränkt möglich, Veranstaltungen mussten abgesagt werden, wodurch auch weniger Spenden eingegangen sind.

Dennoch sind die Ehrenamtlichen in Mosbach und Umgebung weiterhin unermüdlich im Einsatz – wenn auch zwischenzeitlich mit kreativen Lösungen: Während des Lockdowns werden die Hospizbegleitungen größtenteils „kontaktlos“ weitergeführt. Die Ehrenamtlichen rufen in Absprache mit den Betroffenen an, schreiben Briefe oder E-Mails, schicken Postkarten oder einen Blumengruß. Auch die psychosoziale Unterstützung für Angehörige ist weiterhin gewährleistet. Vieles lässt sich per Telefon besprechen und je nach Situation sind Vororttermine möglich.

Gerade in dieser schwierigen Zeit verdient das Engagement der Ehrenamtlichen eine besondere Anerkennung. Der Erwachsenenhospizdienst Mosbach hofft daher anlässlich des Tages des Ehrenamtes auf Spenden, die unter anderem für die Aus- und Weiterbildung der Ehrenamtlichen verwendet werden sollen. So kann der Dienst auch in Zukunft dazu beitragen, dass der Wunsch nach einem Sterben in vertrauter Umgebung für möglichst viele Menschen in Erfüllung gehen kann. 

Begleitung gerade in schwierigen Zeiten

Erwachsenenhospizdienst Mosbach stellt auf Alternativen bei Begleitung und Beratung um

November 2020

Eingang zum HospizdienstFür Gruppenangebote muss die Tür des Erwachsenenhospizdienstes während des Corona-Lockdowns zubleiben.

Der neue Teil-Lockdown und die steigenden Corona-Infektionszahlen beeinträchtigen auch die Angebote des Erwachsenenhospizdienstes Mosbach. „Natürlich sind wir nach wie vor für die Betroffenen da“, betont Hospizkoordinatorin Uta Lang. Einen Normalbetrieb des Dienstes könne es aber im Moment zum Schutz aller Beteiligten nicht geben.

Dennoch soll auch jetzt niemand einsam sterben müssen. Im Frühjahr war dies zum Teil der Fall, da die damaligen Einschränkungen in Krankenhäusern und Pflegeheimen auch die Sterbebegleitung betrafen. „Zum Glück sind wir jetzt besser vorbereitet“, zeigt sich Winfried Hardinghaus zuversichtlich. Er ist Vorsitzender des Deutschen Hospiz- und Palliativverbandes und wünscht sich regelmäßige Corona-Schnelltests nicht nur für Pflegende, Bewohner und Angehörige von Pflegeeinrichtungen, sondern auch für ehrenamtliche Hospizbegleiter. Dies in Kombination mit entsprechenden Hygienekonzepten könne ein großes Maß an Sicherheit bieten.

Ob Schnelltests auch bald für Hospizbegleiter verfügbar sein werden, ist ungewiss. Bis dahin muss – wie bereits im Frühjahr – mit kreativen Lösungen gearbeitet werden. In Mosbach werden die Hospizbegleitungen inzwischen größtenteils „kontaktlos“ weitergeführt. Die Ehrenamtlichen rufen in Absprache mit den Betroffenen an, schreiben Briefe oder E-Mails, schicken Postkarten oder einen Blumengruß. Auch die psychosoziale Unterstützung für Angehörige ist weiterhin gewährleistet. Per Telefon berät Uta Lang Angehörige zur Palliativpflege. Sie hat auch ein offenes Ohr für alle anderen Fragen, die bei der Auseinandersetzung mit Krankheit und Tod auftreten können. Je nach Situation sind auch Vororttermine möglich. Die Mitarbeitenden des Erwachsenenhospizdienstes haben hierfür eine spezielle Hygieneschulung erhalten.

Die aktuellen Einschränkungen betreffen auch die Gruppenangebote des Dienstes. Erst vor Kurzem war mit dem „Trauerspaziergang rund ums Tempelhaus“ ein neues Angebot für Trauernde ins Leben gerufen worden. „Der Trauerspaziergang wurde sehr gut angenommen“, berichtet Dr. Christina Bock, die beim Erwachsenenhospizdienst für den Bereich Trauer zuständig ist. „Umso bedauerlicher ist es, dass wir das Angebot nun vorrübergehend pausieren müssen.“ Ein Spaziergang mit einer großen Teilnehmergruppe plus Begleiter passe im Moment einfach nicht zum allgemeinen Aufruf zur Minimierung der Kontakte. Doch auch hier gibt es eine Zwischenlösung: Trauernde können eine telefonische Trauerbegleitung nutzen, welche wie alle Angebote des Erwachsenenhospizdienstes kostenfrei ist.

Auch wenn die aktuellen Alternativen die Anwesenheit und Nähe eines einfühlsamen Menschen nicht ersetzen können, so ist dies zumindest eine Möglichkeit zur Überbrückung bis sich die Infektionslage bessert. Wer einen schwerstkranken Menschen zu Hause pflegt, zu einem sterbenden Menschen im Pflegeheim oder Krankenhaus gehört, oder den Verlust eines geliebten Menschen betrauert, wird also auch jetzt Rat und Beistand beim Erwachsenenhospizdienst finden. „Ich möchte die Betroffenen ermutigen, sich auch in der aktuellen Situation bei uns zu melden“, schließt Uta Lang ab. „Trotz der Einschränkungen durch Corona haben wir noch genug Möglichkeiten, Menschen zu unterstützen und in schwierigen Zeiten zu begleiten.“ 

Solidarität bis zuletzt

Am 10. Oktober ist Welthospiztag - Wie die Hospizidee ihren Ursprung nahm

Oktober 2020

Ehrenamtliche des Erwachsenenhospizdienstes MosbachDie Verbundenheit zwischen den Ehrenamtlichen des Erwachsenenhospizdienstes Mosbach ist trotz Corona-Abstand spürbar. Sie treten gemeinsam für die Belange Schwerstkranker und Sterbender ein, begleiten die Betroffenen und ihre Angehörigen und zeigen so „Solidarität bis zuletzt“.

Pro Minute sterben in Deutschland etwa zwei Menschen – unabhängig von der Corona-Pandemie. Man könnte also meinen, der Tod wäre etwas Allgegenwärtiges. Dennoch wird er in unserer Gesellschaft verdrängt. Am 10. Oktober ist Welthospiztag – ein Tag an dem die Themen Sterben, Tod und Trauer in den Mittelpunkt gerückt werden. Diesmal steht der zentrale Gedenktag unter dem Motto „Solidarität bis zuletzt“.

Der Welthospiztag, genauer gesagt der Welthospiz-und-Palliative-Care-Tag, findet seit 2005 jedes Jahr am zweiten Samstag im Oktober statt. Veranstaltet wird der Gedenktag von der Worldwide Hospice and Palliative Care Alliance (WHPCA) mit Unterstützung durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Ziel ist, der Tabuisierung von Sterben, Tod und Trauer entgegenzuwirken und die gesellschaftliche Unterstützung der Hospiz- und Palliative-Care-Bewegung zu erhöhen.

Es ist noch gar nicht so lange her, als der Tod in unserer Gesellschaft als etwas Alltägliches aufgefasst wurde und der Umgang damit entsprechend natürlich war. Im 19. Jahrhundert gab es in Deutschland zahlreiche Infektionskrankheiten wie Cholera, Tuberkulose und Diphterie – Krankheiten, die uns heute nahezu unbekannt sind und damals viele Todesopfer forderten. Lag jemand im Sterben, so kamen Angehörige, Nachbarn und Freunde zum Verabschieden; Hinterbliebene wurden ganz selbstverständlich getröstet.

Mit dem technischen Fortschritt verbesserten sich auch Ernährung, Hygiene und medizinische Versorgung. Die Lebenserwartung stieg, Infektions- und Alterskrankheiten konnten behandelt und der vorzeitige Tod zurückgedrängt werden. Das Sterben wurde im 20. Jahrhundert immer mehr als „Krankheit“ angesehen und fand daher im Krankenhaus statt. Sterbende wurden damals ausgegrenzt und isoliert; eine Begleitung fehlte oftmals völlig.

Heute scheint der Tod aufgrund der medizinischen Möglichkeiten beeinflussbar geworden zu sein. Und so gibt es immer weniger Berührungspunkte damit im Alltag. Der Tod wird allzu gerne verdrängt und die Vorbereitung auf das Sterben erfolgt immer häufiger erst ganz am Ende – oftmals zu spät, um alles wunschgemäß zu gestalten. „Anstelle eines natürlichen Umgangs mit dem Tod sind Angst und Ratlosigkeit getreten“, beobachtet der Soziologe und Theologe Reimer Gronemeyer.

In den letzten Jahrzehnten kam es jedoch in Teilen der Gesellschaft zu einem Wandel: Immer mehr Menschen beschäftigten sich mit Sterben, Tod und Trauer und engagierten sich für die Hospizidee. Ihren Ursprung nahm die moderne Hospizbewegung 1967 in London, als die Krankenschwester und Ärztin Cicely Saunders mit dem St. Christopher’s Hospiz die erste Einrichtung dieser Art gründete.

Die moderne Hospizbewegung setzt sich heute für die würdevolle Versorgung und Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen in der letzten Lebensphase ein. Beschwerden können gelindert werden; ein Gefühl von Geborgenheit soll entstehen. Patienten und Angehörige können Gesprächsangebote nutzen und erhalten Hilfe und Unterstützung. Auch die Hinterbliebenen werden in der Zeit der Trauer begleitet.

Bereits für Saunders stand die ganzheitliche Begleitung am Lebensende im Vordergrund: nicht nur die Schmerztherapie, sondern auch psychische, soziale und spirituelle Bedürfnisse sollten berücksichtigt werden. Aus diesem Ansatz entwickelte sich die Palliative Care, die Palliativversorgung, die auf die Verbesserung der Lebensqualität von Schwerstkranken, Sterbenden und Angehörigen zielt.

Laut Daten des Deutschen Hospiz- und Palliativverbandes (DHPV) benötigen neun von zehn Patienten eine Palliativversorgung am Ende ihres Lebens. Nahezu alle Menschen werden also einmal von diesem Thema betroffen sein. Der Großteil wünscht sich zu Hause zu sterben, aber nur bei einem Viertel lässt sich dies am Ende umsetzen. Mit guter Planung und entsprechender Unterstützung ist jedoch ein würdevolles Leben bis zuletzt in der vertrauten Umgebung möglich. In Deutschland können Betroffene derzeit auf die Hilfe von etwa 1.500 ambulanten Hospizdiensten zurückgreifen.

Einer dieser Dienste in der Erwachsenenhospizdienst Mosbach. Qualifizierte Hospizbegleiterinnen und -begleiter schenken Zeit für Gespräche, Zuhören oder Seelsorge. Sie arbeiten ehrenamtlich und begleiten Schwerstkranke und Sterbende zu Hause, im Pflegeheim oder Krankenhaus. Auf diese Weise werden auch die Angehörigen entlastet. Zusätzlich können sich die Betroffenen von Koordinatorin und Palliative-Care-Fachkraft Uta Lang zur Pflege am Lebensende beraten lassen. So lässt sich für jeden Patienten ein individuelles Versorgungsnetzwerk aufbauen, das je nach Bedarf Pflege, ärztliche Versorgung, Palliative Care und psychosoziale Begleitung umfasst. Der Erwachsenenhospizdienst leistet mit seinen kostenfreien Angeboten einen wichtigen Beitrag, damit Menschen auch am Lebensende in ihrer vertrauten Umgebung gut umsorgt sind. „Solidarität bis zuletzt“ bringt dabei das auf den Punkt, was die 27 Ehrenamtlichen bei ihren ambulanten Hospizbegleitungen leisten: da sein und da bleiben – bis zuletzt. 

Erwachsenenhospizdienst Mosbach bringt Bewegung in die Trauerarbeit 

Trauerspaziergang rund ums Tempelhaus – Erster Termin am 20. September 2020

September 2020

Bringen gemeinsam Bewegung in die Trauerarbeit: Anita Brust und Christian Nordmann (vorne), zwei der Ehrenamtlichen des Erwachsenenhospizdienstes Mosbach, sowie Trauerorganisatorin Christina Bock.

Nach langer Corona-Zwangspause gibt es in Mosbach wieder ein regelmäßiges Angebot für Trauernde: Der Erwachsenenhospizdienst Mosbach lädt ab September einmal im Monat zu einem Trauerspaziergang rund ums Tempelhaus ein. An der frischen Luft kommen dabei nicht nur die Trauernden in Bewegung; auch die Trauerbewältigung kann im wahrsten Sinne des Wortes ein Stück vorankommen.

Für Trauernde kann es tröstlich sein, wenn sie Menschen begegnen, die ebenfalls einen geliebten Angehörigen oder Freund verloren haben und um den langen Weg der Trauer wissen. Das soziale Miteinander gibt Halt und trägt in der Zeit der Trauer. Gespräche und der Austausch mit Gleichgesinnten sind daher hilfreich.

Eigentlich hätte an den geplanten Terminen, jedem dritten Sonntag im Monat, das bei vielen Betroffenen beliebte Trauercafé in den Räumlichkeiten des Hospizdienstes stattfinden sollen. Das Hygienekonzept dafür war bereits ausgearbeitet. Angesicht der aktuellen Infektionslage und der schlechten Lüftungsmöglichkeiten während der bevorstehenden kalten Jahreszeit entschied sich das Hospizteam jedoch gegen die Wiederaufnahme des Café-Treffs. „Das Risiko insbesondere für die mehrheitlich älteren Gäste war uns einfach zu hoch“, erläutert Dr. Christina Bock, die die Trauerangebote des Erwachsenenhospizdienstes organisiert. „Schweren Herzens haben wir uns dagegen entschieden.“ Unter den geltenden Abstands- und Hygieneregeln hätte das Trauercafé zudem viel von seinem geselligen Charakter verloren.

Das Alternativangebot des Erwachsenenhospizdienstes steht jedoch bereits in den Startlöchern: Am Sonntag, den 20. September, soll der erste Trauerspaziergang rund ums Tempelhaus Neckarelz stattfinden. Auch bei dieser Veranstaltung können Trauernde ihre Erfahrungen austauschen und miteinander ins Gespräch kommen. Mit Abstand und an der frischen Luft ist das Infektionsrisiko hier allerdings deutlich reduziert. Begleitet werden die Spaziergänge von Ehrenamtlichen des Erwachsenenhospizdienstes.

Treffpunkt für den Trauerspaziergang am 20. September ist um 14:30 Uhr auf dem Parkplatz im Innenhof des Bildungshauses Neckarelz (Martin-Luther-Straße 14, Eingang auf der Seite der Johannitergasse). Nach einem kleinen Gedankenimpuls zu Beginn machen sich die Teilnehmenden in gemütlichem Tempo auf den Weg. Auf der Strecke sind Sitzmöglichkeiten vorhanden. Der Spaziergang dauert etwa eine Stunde. Bei schlechter Witterung kann ein Teil der Strecke unter der Bundesstraßenbrücke im Trockenen zurückgelegt werden. Die Teilnehmenden sollen sich bitte dem Wetter entsprechend kleiden und gegebenenfalls einen Schirm dabeihaben.

Für den Trauerspaziergang gelten die Auflagen der aktuellen Corona-Verordnung mit Hygiene- und Abstandsregeln. Draußen sollte das Einhalten des Mindestabstandes von 1,5 Metern jederzeit möglich sein. Die Teilnehmenden werden dennoch gebeten, eine Mund-Nasen-Bedeckung mitzubringen. Das Angebot ist kostenfrei. 

Wir treffen uns auf der Blumenwiese

Erwachsenenhospizdienst Mosbach hat noch freie Kapazitäten für Begleitungen – Hemmschwelle ist auch ohne Corona hoch

August 2020

Möchten gerne mehr Menschen mit ihrem wertvollen Dienst begleiten (v. l. n. r.): die Ehrenamtlichen Agnes Sax, Christa Betzwieser und Gerhard Kohler sowie Koordinatorin Uta Lang vom Erwachsenenhospizdienst Mosbach.

Besonders leicht waren die Themen noch nie; die Corona-Pandemie scheint aber den Umgang mit Sterben und Tod zusätzlich zu erschweren. Dies beobachtet Uta Lang, Koordinatorin des Erwachsenenhospizdienstes Mosbach. Der Dienst konnte vor einiger Zeit im Zuge der landesweiten Lockerungen seine Arbeit wieder aufnehmen. Dennoch gibt es aktuell nur wenige Nachfragen hinsichtlich einer Begleitung.

Die Angst vor einer Infektion mit dem Corona-Virus sei bei den Angehörigen stark ausgeprägt, erklärt Lang. Der psychosoziale Nutzen einer Begleitung sei für die Betroffenen aber deutlich höher als die dadurch bedingte Ansteckungsgefahr. Zahlreiche Maßnahmen zum Infektionsschutz hat der Erwachsenenhospizdienst ergriffen, um Betroffene und ihre Familien ebenso wie die ehrenamtlich Mitarbeitenden zu schützen. So verfügt der Hospizdienst dank Spenden über Gesichtsmasken, Desinfektionsmittel und Gesichtsschilde. Ein Hygienekonzept für die Begleitung in der häuslichen Umgebung wurde ausgearbeitet, was auch Begleitungen in Pflegeheimen und im Krankenhaus einschließt. Zudem haben die ehrenamtlich Mitarbeitenden eine spezielle Hygieneschulung absolviert.

Was die Maßnahmen zum Infektionsschutz jedoch nicht beseitigen können, ist die Hemmschwelle, welche die Betroffenen und ihre Familien erst einmal überwinden müssen, bevor der Hospizdienst sie unterstützen und begleiten kann. Denn Sterben und Tod sind in unserer Gesellschaft nach wie vor Tabuthemen. „Die Diagnose einer unheilbaren und zum Tod führenden Erkrankung zieht den Betroffenen und Angehörigen den Boden unter den Füßen weg“, erläutert Lang. „Man setzt sich in solch einer Situation auch als Angehörige zwangsläufig mit der eigenen Sterblichkeit auseinander. Das ist für viele sehr schwer, weil wir verlernt haben, das Sterben als Teil des Lebens zu betrachten.“

Dass der erste Schritt auf den Hospizdienst zu sozusagen der „Knackpunkt“ ist, erleben auch die ehrenamtlichen Hospizbegleiterinnen Agnes Sax und Christa Betzwieser sowie Hospizbegleiter Gerhard Kohler. Sie sind drei der insgesamt 26 Ehrenamtlichen des Erwachsenenhospizdienstes Mosbach. „Die meisten denken, es ginge nur ums Sterben, wenn der Hospizdienst kommt“, berichtet Sax, die seit Gründung des Erwachsenenhospizdienstes im Jahr 1996 Schwerstkranke und Sterbende begleitet. Natürlich ist die Sterbebegleitung Teil der Hospizarbeit; das Konzept umfasst aber viel mehr und setzt deutlich früher an. Bei der Hospizidee steht der Erhalt der Lebensqualität – von Erkrankten und Angehörigen – im Vordergrund. Ziel ist, dass Schwerstkranke auch ihre letzten Monate und Wochen als lebenswerte und wertvolle Zeit erleben.

Neben der Fachberatung zur Palliativpflege sind es vor allem die Begleitungen, mit denen die Hospizidee in die betroffenen Familien gebracht wird. Die Ehrenamtlichen schenken dabei Zeit für Gespräche, Zuhören und Seelsorge; sie lesen den Patienten vor, spielen Lieder oder sind einfach nur da. Die Hospizbegleiterinnen und -begleiter sind erfahren im Umgang mit Schwerstkranken und Sterbenden. Für sie sind die Themen, die am Lebensende aufkommen, kein Tabu. Mit den Ehrenamtlichen zu sprechen wird von vielen Betroffenen und Angehörigen daher als sehr hilfreich empfunden.

Betzwieser, die seit zehn Jahren ehrenamtlich für den Erwachsenenhospizdienst Mosbach im Einsatz ist, nimmt immer wieder die große Dankbarkeit wahr, die ihr entgegengebracht wird. Und sie ist fasziniert davon, wie sehr sich Menschen am Ende des Lebens über einen Besuch von ihr freuen. Dabei entstünden manchmal auch ganz besondere Verbindungen: Mit einer Frau, deren Mann sie bereits vor Jahren begleitet hat, habe die Ehrenamtliche noch heute Kontakt. Mit einem anderen Mann, dem sie beim Sterben beistand, sei sie nach ihrem eigenen Tod „auf einer Blumenwiese verabredet.“ Betzwieser erklärt dazu: „Wir haben während der Begleitung oft davon gesprochen, wie es wohl dort aussehen könnte, wohin er nach dem Tod geht. Und als er starb, sagte er: Vergiss nicht unsere Blumenwiese. Dort treffen wir uns wieder.“

Die Begleitung von Schwerstkranken und Sterbenden erfordert viel Fingerspitzengefühl und Empathie. Neben der persönlichen Eignung ist der Abschluss eines Hospizbegleiterkurses Voraussetzung für die ehrenamtliche Mitarbeit bei einem Hospizdienst. In Mosbach wird der Kurs alle zwei Jahre angeboten, das nächste Mal im April 2021. Ambulante Hospizbegleitungen sind kostenfrei, individuell gestaltbar und können zu Hause, in Pflegeheimen oder im Krankenhaus stattfinden. Die Besuche durch die Ehrenamtlichen entlasten auch die Angehörigen. Wie wertvoll der Dienst für Schwerstkranke und ihre Familien ist, lässt sich jedoch erst erfahren, wenn Betroffene es schaffen, die Hemmschwelle zu überwinden. Und es bleibt zu wünschen, dass mehr Menschen durch eine Begleitung am Lebensende solch ein versöhnliches Bild vom Tod bekommen wie das der schönen Blumenwiese. 

Hospizbegleitende sind gut gerüstet 

Firmen, Vereine und Privatpersonen spenden Corona-Schutzausrüstung für den Erwachsenenhospizdienst Mosbach

Mai 2020

Freuen sich über die gespendeten Gesichtsmasken und andere Corona-Schutzausrüstung: die Verantwortlichen des Erwachsenenhospizdienstes Mosbach Marcus Dietrich und Uta Lang mit Monika Weber (Mitte), Präsidentin des Inner-Wheel-Clubs Neckar-Odenwald, als stellvertretende Spenderin.

Das öffentliche Leben wird in der Corona-Krise langsam wieder hochgefahren. Gleichzeitig erfordern die Lockerungen ein verantwortungsvolles Verhalten von jedem einzelnen. Die Schutz- und Hygienemaßnahmen betreffen auch die ambulante Hospizarbeit. Jedoch werden diese Dienste im Gegensatz zu medizinischen Einrichtungen nicht mit Gesichtsmasken, Desinfektionsmittel und Co. ausgestattet. 

Uta Lang, Koordinatorin des Erwachsenenhospizdienstes Mosbach, wandte sich daher im April mit der Bitte um Spenden solcher Schutzausrüstung an die Öffentlichkeit. Als Monika Weber den Aufruf in der Zeitung sah, war für die Präsidentin des Inner-Wheel-Clubs Neckar-Odenwald klar: „Da wird Hilfe benötigt, da müssen wir helfen.“ Der Frauen-Service-Club engagiert sich im sozialen Bereich und unterstützt verschiedene wohltätige Projekte. Zwei Kanister Händedesinfektionsmittel sowie Gesichtsmasken hatte Monika Weber im Gepäck, als sie vor Kurzem zur Spendenübergabe nach Mosbach kam. Auch andere Institutionen und Privatpersonen unterstützten den Erwachsenenhospizdienst mit Sachspenden: Das Chemieunternehmen Solvay aus Bad Wimpfen lieferte Händedesinfektionsmittel. Die Firma Mosca aus Waldbrunn stellte Gesichtsvisiere zur Verfügung. Sie wurden per 3D-Drucker von den Auszubildenden des Maschinenbauers unter Anleitung von Oliver Krieger gefertigt. Ebenso spendete die Familie von Steffen Ernst aus Neckarelz solche Visiere. Zudem nähten viele fleißige Helfer des Haßmersheimer Pfadfinderstamms St. Benedikt Gesichtsmasken aus Stoff.

Insgesamt 50 Stoffmasken, 25 Gesichtsvisiere und 15 Liter Händedesinfektionsmittel wurden an den Erwachsenenhospizdienst übergeben. Uta Lang und Marcus Dietrich, Geschäftsführer der Evangelischen Sozialstation Mosbach, dankten Monika Weber und dem Inner-Wheel-Club Neckar-Odenwald bei der symbolischen Spendenübergabe – auch stellvertretend für alle anderen Spender. „Wir sind berührt von so viel Hilfsbereitschaft und wissen die große Verbundenheit mit unserem Dienst sehr zu schätzen“, so Marcus Dietrich. Und Monika Weber stellte fest: „Schön, dass das, was wir tun, auch ankommt.“  

Die Hospizbegleitungen bleiben trotz der gelockerten Kontaktbeschränkungen zurzeit noch schwierig. „Wir müssen hinsichtlich Corona Schwerstkranke und ihre Angehörigen, aber auch die Ehrenamtlichen im Blick behalten. Alle Beteiligten müssen vor einer Ansteckung mit dem Virus geschützt werden“, erklärt Uta Lang. In den letzten Wochen konnten die Begleitungen fast ausschließlich per Telefon stattfinden. Und noch sind die Besuchsbeschränkungen in den Pflegeheimen und im Krankenhaus nicht komplett aufgehoben. Ein Teil der 26 Ehrenamtlichen gehöre selbst zur Corona-Risikogruppe und müsse noch länger mit dem Dienst vor Ort aussetzen, erläutert die Hospizkoordinatorin. Die Schutzausrüstung sei aber ein wichtiger Schritt zurück zu den Begleitungen im häuslichen Umfeld, in Pflegeheimen und im Krankenhaus.

Bis sich die Türen wieder ganz auftun, bietet der Erwachsenenhospizdienst weiterhin Beratungsgespräche zur Palliativpflege sowie Hospiz- und Trauerbegleitung per Telefon an. Je nach Situation sind auch Begleitungen vor Ort möglich. Alle Angebote sind kostenfrei. „Wir sind auch während der Corona-Krise für die Menschen da“, betont Uta Lang. „Nach einem Gespräch ist vieles leichter und die meisten Dinge lassen sich auch in dieser Zeit problemlos organisieren.“ Mit den eingegangenen Sachspenden sind die ehrenamtlichen Hospizmitarbeitenden gut gerüstet, wenn sie in die Begleitung von Schwerstkranken, Sterbenden und Angehörigen vor Ort zurückkehren können. 

Offenes Ohr für Trauernde

Erwachsenenhospizdienst Mosbach bietet kostenfreie Trauerbegleitung per Telefon an

April 2020

Trauernde finden in Zeiten von Corona telefonisch ein offenes Ohr bei Christina Bock und dem Trauerteam des Erwachsenenhospizdienstes Mosbach.

„Bitte halten Sie Abstand“, so liest man es in diesen Tagen überall. Die geforderte räumliche Trennung, „social distancing“ genannt, gilt als wichtige Maßnahme, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Das Meiden von direkten Kontakten mit anderen Menschen bringt jedoch auch eine gewisse soziale Isolation mit sich. Dies kann auf Dauer seelisch belasten; schließlich ist der Mensch ein soziales Wesen.

Unter der aktuellen Ausnahmesituation leiden besonders Trauernde. Für sie ist ein soziales Netz wichtig, um in der Trauer aufgefangen zu werden. Angesichts der aktuellen gesellschaftlichen Einschränkungen dürfen Trauerfeiern jedoch nur noch im kleinsten Kreis stattfinden, Besuche von Verwandten oder Freunden sind tabu. Doch genau dieses soziale Miteinander gibt Halt und trägt in der Zeit der Trauer. Auch spezielle Angebote für Trauernde, wie Trauercafés oder Trauergruppen, können wegen der Ausbreitung des Coronavirus im Moment nicht stattfinden.

Dr. Christina Bock, die die Trauerangebote des Erwachsenenhospizdienstes Mosbach organisiert, weiß, wie wichtig Gespräche sowie der Austausch mit Gleichgesinnten für Trauernde sind. Bis vor Kurzem trafen sich Trauernde einmal im Monat im Trauercafé „Lichtblick“, um bei Kaffee und Kuchen miteinander zu sprechen und sich in geschützter Atmosphäre begleiten zu lassen. Dies ist zur Zeit nicht möglich. Auch der Start einer neuen, festen Trauergruppe in Mosbach muss nun verschoben werden. „Die Gesundheit der Menschen, die unsere Hilfe suchen, steht für uns an erster Stelle“, betont Christina Bock, die vor ihrem Wechsel zum Erwachsenenhospizdienst als Gesundheitswissenschaftlerin tätig war. „Gleichzeitig wollen wir aber nicht einfach die Tür zumachen, sondern anderweitig für die Trauernden da sein.“ Gemeinsam mit Marcus Dietrich, Geschäftsführer der Evangelischen Sozialstation Mosbach, und dem Trauerteam des Erwachsenenhospizdienstes hat sie ein alternatives Angebot für Trauernde ins Leben gerufen.

Seit Kurzem können Trauernde eine telefonische Trauerbegleitung nutzen, welche wie alle Angebote des Erwachsenenhospizdienstes kostenfrei ist. Die Menschen finden am Telefon ein offenes Ohr, können über ihre Situation sprechen und sich in ihrer Trauer ein Stück begleiten lassen. „Natürlich wäre es schöner, wenn man sich persönlich gegenübersitzen könnte,“ bemerkt Christina Bock, die gerade eine Weiterbildung in Trauerbegleitung abgeschlossen hat. Sie ist jedoch zuversichtlich, dass auch dieses Angebot den Trauernden helfen kann: „Nach einem Gespräch, auch wenn es nur am Telefon ist, fühlt sich vieles leichter an.“

Aus organisatorischen Gründen wird für die telefonische Trauerbegleitung um einen elektronischen Erstkontakt gebeten: entweder per E-Mail (trauer[at]hospizdienst-mosbach.de) oder per Website-Formular. Auf diesem Weg kann dann eine Zeit für den Telefonrückruf vereinbart werden. Die Daten werden nach der Kontaktaufnahme wieder gelöscht; alle Mitarbeitenden unterliegen der Schweigepflicht. „Unser Büro ist nicht rund um die Uhr besetzt“, erklärt Christina Bock. „Deswegen bitten wir um diese Art der Kontaktaufnahme, um die Telefongespräche bestmöglich planen zu können und für jedes Gespräch ausreichend Zeit zu haben.“ Der Erwachsenenhospizdienst Mosbach möchte so Trauernde trotz „social distancing“ weiterhin begleiten. 

Wenn Helfende in Zeiten von Corona draußen bleiben müssen

Erwachsenenhospizdienst Mosbach bietet dennoch weiterhin palliativpflegerische Beratung und psychosoziale Unterstützung 

April 2020

Hospizkoordinatorin Uta Lang ist während der Corona-Krise vor allem per Telefon im Einsatz, berät bei Fragen zur Palliativpflege und steht Schwerstkranken und Angehörigen bei.

Die Corona-Pandemie beeinträchtigt auch die ambulante Hospizarbeit in Mosbach und Umgebung. Viele (corona-negative) Schwerstkranke und Sterbende, die in Pflegeheimen wohnen oder im Krankenhaus stationär behandelt werden, können aufgrund der neuerdings geltenden Besuchsbeschränkungen nicht mehr vor Ort begleitet werden. Dies sind einerseits verständliche und wichtige Maßnahmen, um die Ausbreitung des neuen Corona-Virus einzudämmen und Risikogruppen zu schützen. Andererseits bleibt den Betroffenen dadurch der benötigte hospizdienstliche Beistand verwehrt. 

Auch in der häuslichen Umgebung ist die Begleitung von Schwerstkranken und Sterbenden kaum noch möglich. Der Deutsche Hospiz- und Palliativverband betont, dass Betroffene und Angehörige ebenso wie ehrenamtliche Hospizbegleiterinnen und ‑begleiter vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus geschützt werden müssen. Die Mehrzahl der Ehrenamtlichen ist älter als 60 Jahre und fällt damit selbst in die Corona-Risikogruppe, bei der schwerere Verläufe der virusbedingten Lungenkrankheit wahrscheinlicher sind.

„Es zerreißt mir das Herz, dass wir den Menschen im Moment nicht wie gewohnt helfen können“, sagt Uta Lang, Koordinatorin des Erwachsenenhospizdienstes Mosbach, und bringt damit auch das auf den Punkt, was die 26 ehrenamtlichen Hospizbegleiterinnen und -begleiter des Dienstes in diesen Tagen fühlen. Gleichzeitig stellt sie aber klar: „Wir sind trotzdem weiterhin für die Menschen da.“ Per Telefon finden Beratungsgespräche zur Palliativpflege sowie Trauergespräche statt. In Ausnahmefällen sind natürlich auch Vororttermine möglich. In Absprache mit den Betroffenen können laufende Hospizbegleitungen telefonisch oder ambulant zu Hause fortgeführt werden. Alle Angebote sind kostenfrei. Wer einen schwerstkranken Menschen pflegt oder den Verlust eines geliebten Menschen betrauert, wird also auch während der Corona-Krise Rat und Beistand finden.

Marcus Dietrich, Geschäftsführer der Evangelischen Sozialstation Mosbach und verantwortlich für den Erwachsenenhospizdienst, unterstützt dieses Vorgehen: „Auch wenn die Einschnitte schwerwiegend sind, können wir nur so unserer gesellschaftlichen Verantwortung nachkommen.“ In finanzieller Hinsicht bereitet ihm der corona-bedingte Rückgang der Hospizbegleitungen jedoch Sorgen. „Die Förderung, die wir von den Krankenkassen erhalten, hängt von der Anzahl der Begleitungen ab, die der Dienst leistet“, erklärt Marcus Dietrich. „Durch Corona sind wir nun noch mehr auf Spenden angewiesen, um auch nach der Krise Sterbe- und Trauerbegleitung anbieten zu können.“

Uta Lang möchte sich und den Erwachsenenhospizdienst bereits jetzt für die Zeit nach dem Höhepunkt der Corona-Pandemie wappnen: „Wenn wir die Menschen hoffentlich bald wieder persönlich begleiten können, brauchen wir dringend Schutzausrüstung.“ Aber die ist Mangelware. Ambulante Hospizdienste werden im Gegensatz zu medizinischen Einrichtungen nicht mit Gesichtsmasken, Desinfektionsmittel und Co. ausgestattet. Der Erwachsenenhospizdienst hofft daher auf die Unterstützung von Freiwilligen, die Behelfsgesichtsmasken aus Stoff nähen oder Händedesinfektionsmittel zur Verfügung stellen können. So wären die Hospizbegleiterinnen und ‑begleiter gut gerüstet, wenn sich die Türen der Pflegeheime, Krankenhäuser und Privatwohnungen wieder auftun. 

5.200 Euro für den Erwachsenenhospizdienst Mosbach

März 2020

Chorleiter Rupert Laible und die Vorstände der Laible-Chöre übergeben den Spendenscheck an die Verantwortlichen des Erwachsenenhospizdienstes. v. l. n. r.: Chorleiter Rupert Laible, Rainer Lentz (MGV Neckarperle Neckarelz), Sandra Linß (Cantabile Haßmersheim), Walter Knapp (A-Crappella Hochhausen), Sabine Schmid (Sing & Swing Mosbach), Claudia Gerathewohl (Gemischter Chor des MGV Hochhausen), Christina Bock (Erwachsenenhospizdienst Mosbach), Klaus Großkinsky (Chor des Finanzamtes Mosbach), Uta Lang (Hospizkoordinatorin), Claudia Hemmerling (Frauenchor Mosbach), Marcus Dietrich (Geschäftsführer der Evangelischen Sozialstation Mosbach)

In Zeiten von Corona sind gute Nachrichten spärlich gesät. Umso schöner ist es, wenn sich doch etwas Erfreuliches vermelden lässt:
Der Erwachsenenhospizdienst Mosbach erhielt von Chorleiter und Musiker Rupert Laible und seinen Chören einen Spendenscheck in Höhe von 5.200,- Euro. Diesen Betrag hatten die sieben Laible-Chöre vor Kurzem bei einem großen Benefizkonzert in der Marienkirche in Neckarelz ersungen. Dr. Christina Bock, Hospizkoordinatorin Uta Lang und Marcus Dietrich, Geschäftsführer der Evangelischen Sozialstation Mosbach, nahmen den Scheck dankend entgegen. Marcus Dietrich dankte Rupert Laible und den sieben Chorvorständen für ihr großes Engagement und betonte, wie wichtig die Spendengelder für die Aufrechterhaltung des Erwachsenenhospizdienstes sind. Der Betrag, der dem Dienst nun zugutekommt, wird für die Aus- und Weiterbildung der ehrenamtlichen Hospizbegleiter eingesetzt. Die Ehrenamtlichen schenken Zeit, um Sterbende und deren Angehörige zu begleiten und ihnen in der schweren Zeit beizustehen. Obwohl der Dienst von den Krankenkassen finanziell gefördert wird, können dadurch längst nicht alle Kosten gedeckt werden. Deshalb ist der Erwachsenenhospizdienst auf Spenden angewiesen, um auch in Zukunft dazu beitragen zu können, dass der Wunsch nach einem Sterben in vertrauter Umgebung für möglichst viele Menschen in Erfüllung gehen kann. 

Ein bunter Blumenstrauß an Chormusik

Gelungenes Benefizkonzert der sieben Laible-Chöre zugunsten des Erwachsenenhospizdienstes Mosbach

März 2020

Benefiz-Chorkonzert zugunsten des ErwachsenenhospizdienstesDie Zuhörer wurden von Rupert Laible und seinen über 180 Sängerinnen und Sängern auf eine stimmgewaltige musikalische Zeitreise mitgenommen.

Vom 18. Jahrhundert bis heute, von Klassik bis Pop – das Benefiz-Chorkonzert am 8. März zugunsten des Erwachsenenhospizdienstes Mosbach präsentierte sich als bunte musikalische Zeitreise. Sieben Chöre unter der Leitung von Dirigent und Musiker Rupert Laible sangen bekannte und neue Melodien für einen guten Zweck. Zahlreiche Zuhörer waren der Einladung gefolgt und so war die Marienkirche in Neckarelz bis auf den letzten Platz besetzt.

Der Abend stand unter dem Motto „Zeit schenken“ und griff damit einen grundlegenden Aspekt der Hospizarbeit auf. Denn ehrenamtliche Hospizbegleiterinnen und ‑begleiter schenken anderen Menschen Zeit; sie begleiten Schwerstkranke, Sterbende und Angehörige. Pfarrer Dr. Stefan Rencsik betonte in seiner Begrüßung die Bedeutung des Erwachsenenhospizdienstes als ein „unverzichtbarer Dienst am Nächsten“. Für die Betroffenen ist die Hospizbegleitung kostenfrei; der Erwachsenenhospizdienst selbst ist jedoch auf Spenden angewiesen, um auch weiterhin Menschen in schweren Zeiten beistehen zu können. Dr. Christina Bock, die im Hospizdienst für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, dankte allen Beteiligten und erläuterte, dass die am Ausgang erbetenen Spenden für die Aus- und Weiterbildung der Ehrenamtlichen verwendet werden. Ein weiterer Dank kam von Walter Knapp, Vorstand des MGV Hochhausen, der gekonnt und informativ durch das Konzertprogramm führte. Er dankte den Zuhörern, dass sie an diesem Abend Zeit schenken – für den Hospizdienst und die Chöre.

Den gelungenen Auftakt des Konzerts machte der Chor des Finanzamtes Mosbach; er versetzte das Publikum mit „Weit, weit weg“ in eine sehnsüchtige Stimmung. Dirigent Rupert Laible, der viele der dargebotenen Chorarrangements selbst geschrieben hatte, begleitete gefühlvoll am Piano. Erfrischend ging es mit den 30 Finanzamtsängerinnen und ‑sängern weiter: „Morning has broken“, ursprünglich ein gälisches Volkslied, handelt von den Wundern der Schöpfung und wurde durch Cat Stevens zum weltbekannten Popsong. Der Frauenchor Mosbach steuerte mit „Küss mich, halt mich, lieb mich“ zarte, aber beschwingte Töne bei, die vielen aus dem Märchenfilm „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ bekannt waren. Die Frauen schlossen mit dem „Agnus Dei“ des englischen Komponisten Jim Parker. Seinem Namen alle Ehre machte der Chor Sing & Swing: Die Mosbacher starteten mit dem heiteren Filmschlager „Singin‘ in the rain“ und ließen das Publikum spüren, „dass man auch im strömenden Regen singen kann, wenn das Leben mit Liebe erfüllt ist.“ Mit dem voll klingenden „Smile“ von Charlie Chaplin wählte der Chor auch sein zweites Lied aus dem Filmbereich.

In der Mitte des Konzerts gab es einen Überraschungsbeitrag des Hospizprojektchors, der eigens für das Benefizkonzert gegründet worden war. Mit einem selbstgetexteten Lied bedankten sich die Hospizler sehr herzlich bei allen Mitwirkenden und Zuhörern. Danach präsentierte Tamara Kühner ein gefühlvolles und ergreifendes Solo: „Make you feel my love“, ein Bluesrock von Bob Dylan.

Mit „The boxer“ steuerte Cantabile die bekannte Folk-Rock-Ballade von Simon & Garfunkel bei und eröffnete damit den zweiten Teil des Chorkonzerts. Dass es nicht immer viel Text braucht, um Zuhörer mitzureißen, zeigte sich am eingängigen „Lai-la-Lai“ im Refrain dieses Liedes. Die 35 Sängerinnen und Sänger aus Haßmersheim hatten als zweites Lied den berührenden Popsong „Angels“ von Robbie Williams vorbereitet und die Streichinstrumente des Originals in „Uh“- und „Ah“-Flächenklänge übersetzt. Die zahlenmäßig kleinste Formation des Abends war A-Crappella aus Hochhausen. Die zehn Männer präsentierten mit „Ännchen von Tharau“ und „Benia Calastoria“ gleich zwei traditionelle Lieder und beeindruckten mit angenehmen Stimmen und sauberer Intonation. Gleich viermal so viele Sängerinnen und Sänger stellten sich danach im Chorraum der Marienkirche auf: Der Gemischte Chor des MGV Hochhausen hatte mit „Hymn“ einen Klassiker von Barclay James Harvest einstudiert und ließ schöne Harmonien erklingen. Etwas getragener ging es mit dem „Abendlied“ von Josef Rheinberger weiter, einem anspruchsvollen Stück, bei dem sechs verschiedene Chorstimmen raffiniert nacheinander einsetzten. Der Männerchor MGV Neckarperle Neckarelz brachte zunächst mit „La Montanara“ ein italienisches Volkslied zu Gehör. Danach folgte ein Lied, wie es thematisch nicht passender hätte sein können: In „Amoi seg ma uns wieder“ verarbeitet Sänger und Songwriter Andreas Gabalier den Tod seines Vaters und seiner Schwester; ein Lied, das Trost und Hoffnung spendet.

Vor dem großen Finale des Konzertabends mit allen sieben Laible-Chören dankte Marcus Dietrich, Geschäftsführer der Evangelischen Sozialstation Mosbach und verantwortlich für den Erwachsenenhospizdienst, allen Beteiligten und Besuchern. Er reihte sich in die über 180 Sängerinnen und Sänger ein, die sich inzwischen im Chorraum der Marienkirche aufgestellt hatten. Stimmgewaltig und ergreifend erklang „Gabriellas Song“ mit dem Gesamtchor und Solistin Tamara Kühner. Das Lied stammt aus dem schwedischen Musikfilmdrama „Wie im Himmel“ und versprühte Kraft und Lebensfreude. Das rundum gelungene Konzert schloss mit „Dank sei dir“ von Georg Friedrich Händel. Mit stehenden Ovationen zeigte das begeisterte Publikum, dass es an diesem Abend gerne Zeit geschenkt hat. Die vielen Spenden am Ausgang zeugten zudem von großer Hilfsbereitschaft und Verbundenheit mit dem Erwachsenenhospizdienst Mosbach. 

Wie einfache Mittel in der Palliativpflege viel bewirken können

Ausbildungskooperation zwischen der Berufsfachschule für Altenpflege der Johannes-Diakonie und dem Erwachsenenhospizdienst Mosbach 

Januar 2020

Altenpflegeklasse im 3. Ausbildungsjahr an der Berufsfachschule für AltenpflegeHaben Einblick in die Palliativpflege bekommen: Schülerinnen und Schüler des 3. Ausbildungsjahres an der Berufsfachschule für Altenpflege, gemeinsam mit Lehrerin Hildegard Breunig (hintere Reihe, 1. v. l.) und Hospizkoordinatorin Uta Lang (hintere Reihe, 2. v. l.).

Olivenöl, Quark, Honig, Brause, Tee – was wie ein Einkaufszettel klingt, kann auch bei der Pflege am Lebensende helfen. Diese Utensilien hatte Uta Lang, Palliative Care Fachkraft und Koordinatorin des Erwachsenenhospizdienstes Mosbach, im Gepäck, als sie vor Kurzem an der Berufsfachschule für Altenpflege der Bildungs-Akademie der Johannes-Diakonie Mosbach unterrichtete. Für 15 Schülerinnen und zwei Schüler des 3. Ausbildungsjahres stand das Fach „Palliativpflege“ auf dem Stundenplan. Mit Kurzfilmen und im Unterrichtsgespräch erhielt die Klasse Einblick in dieses sensible Thema und bekam Ideen, was man im Pflegealltag mit einfachen Mitteln bewirken kann – Rezepte, die auch zu Hause funktionieren.

Ein wichtiges Thema war hierbei die Mundpflege, die sich am Lebensende oft schwierig gestaltet. Dabei geht es um viel mehr als nur Hygiene; Genuss und Zuwendung haben einen ebenso hohen Stellenwert. „Ganz wichtig ist die Berücksichtigung der Biografie des Patienten“, betonte Uta Lang. „Was trinkt er gerne? Was ist seine Lieblingsspeise?“ Sind diese Fragen beantwortet, ist Kreativität gefragt, denn häufig auftretende Schluckstörungen machen normales Essen und Trinken am Lebensende unmöglich. Abhilfe schaffen da beispielsweise „Geschmackssäckchen“, in die ein kleines Stück Schnitzel, Pralinen oder Obst gesteckt werden. Die Patienten können diese Säckchen „zutzeln“ und den Geschmack ohne Verschluckungsgefahr genießen. Cola, Wein oder Kaffee lassen sich in kleine Sprühfläschchen füllen. Damit kann der Mund des Patienten benetzt werden. „Dieser Trick lässt sich auch von Angehörigen gut anwenden“, berichtet Uta Lang, „denn sie haben oft große Angst, dass sich der Patient beim Trinken verschlucken könnte.“ Und sie erklärte weiter, wie man Zungenbeläge mit Brausepulver sanft lösen, Lippen mit Olivenöl oder einer Mischung aus Quark und Honig pflegen und den Mund mit in Tee getränkten Mundpflegeschwämmchen befeuchten kann. Weitere wichtige Themen aus dem Palliativbereich wie Schmerzbehandlung und Aromapflege standen ebenso auf dem Unterrichtsprogramm.

Die Schülerinnen und Schüler teilten ihre Erfahrungen, die sie bereits selbst mit Sterbenden gemacht hatten. Georg Schneemilch hatte ein Praktikum auf einer Palliativstation gemacht und könnte sich vorstellen, in diesem Bereich auch später zu arbeiten. Menschen beim Sterben beizustehen, sieht er als „eine der wichtigsten Aufgaben.“ Auch Ann-Kathrin Schneider hatte im Rahmen ihrer Ausbildung bereits Menschen am Lebensende begleitet. Sie möchte später gerne eine Weiterbildung in Palliative Care absolvieren und sieht sich als Beraterin – nicht nur für Patienten, sondern auch für Angehörige, die manchmal „mehr Unterstützung als die Betroffenen brauchen.“ Lisa Koch könnte sich hingegen nicht vorstellen, nur im palliativen Bereich zu arbeiten. Sie sorgt sich, dass sie dies zu sehr belasten könnte. Dennoch ist die Schülerin zuversichtlich, dass sie mit der Zeit lernen wird, die nötige Distanz aufzubauen. Auch Uta Lang, die vor ihrem Wechsel zum Erwachsenenhospizdienst Mosbach viele Jahre im stationären Bereich tätig war, weiß, wie belastend der Arbeitsalltag in der Pflege sein kann. Deshalb lautete ihr abschließender Rat für die Schülerinnen und Schüler: „Schauen Sie nach sich und nach denen, die Ihnen anvertraut sind.“

Für Lehrerin Hildegard Breunig ist die Kooperation zwischen der Berufsfachschule für Altenpflege und dem Erwachsenenhospizdienst Mosbach ein wichtiger Baustein in der Ausbildung. „Die Schülerinnen und Schüler sollen Einblick in die Palliativ- und Hospizarbeit bekommen“, wünscht sie sich, „denn sie werden später zum Teil dort arbeiten werden, wo keine Palliative Care Fachkraft vor Ort ist. Dann sollen die Lernenden die Möglichkeiten der Palliativpflege kennen und wissen, wo sie Hilfe anfordern können.“ Diese Hilfe kann von einem ambulanten Hospizdienst kommen. Neben der Beratung zur Palliativpflege sind Sterbe- und Trauerbegleitung zentrale Angebote solcher Dienste, die kostenlos in Anspruch genommen werden können. Hospizbegleiter stehen hierbei schwerstkranken und sterbenden Menschen sowie deren Angehörigen bei und begleiten sie zu Hause, im Krankenhaus oder im Pflegeheim. 

5.000 Euro für den Erwachsenenhospizdienst Mosbach 

Dezember 2019

Spendenübergabe Unternehmen LöffelhardtDie Geschäftsleitenden des Unternehmens Löffelhardt Rainer Rommel (links) und Sabine Bachmann (3. v. l.) überreichten den Spendenscheck an Uta Lang (Koordinatorin des Erwachsenenhospizdienstes, 2. v. l.) und Marcus Dietrich (Geschäftsführer der Evangelischen Sozialstation, rechts).

Der Erwachsenenhospizdienst Mosbach erhielt vom Unternehmen Emil Löffelhardt GmbH & Co. KG aus Schorndorf einen Spendenscheck über 5.000 Euro. Zwei weitere Spenden in gleicher Höhe gingen an andere caritative Einrichtungen. Hospizkoordinatorin Uta Lang und Marcus Dietrich, Geschäftsführer der Evangelischen Sozialstation Mosbach, nahmen den Scheck vor kurzem beim Besuch des Unternehmens in Schorndorf entgegen und dankten der Geschäftsleitung. Bereits seit 1993 spendet die elektrotechnische Großhandelsfirma Geld für soziale Einrichtungen anstelle von Weihnachtsgeschenken. Der Betrag, der dem Erwachsenenhospizdienst Mosbach nun zugutekommt, soll für die Aus- und Weiterbildung der ehrenamtlichen Hospizbegleiter eingesetzt werden. Die Ehrenamtlichen schenken Zeit, um Sterbende und deren Angehörige zu Hause, im Pflegeheim oder Krankenhaus zu begleiten und ihnen in der schweren Zeit beizustehen. Obwohl der Dienst von den Krankenkassen finanziell gefördert wird, können dadurch längst nicht alle Kosten gedeckt werden. Deshalb ist der Erwachsenenhospizdienst auf Spenden angewiesen, um auch in Zukunft dazu beitragen zu können, dass der Wunsch nach einem Sterben in vertrauter Umgebung für möglichst viele Menschen in Erfüllung gehen kann. 

13 neue „Zeitschenker“ unterstützen Hospizarbeit

Aussendungsfeier des Erwachsenenhospizdienstes Mosbach für neue Hospizbegleiter 

Dezember 2019

Teilnehmende des Qualifizierungskurses zur ehrenamtlichen Mitarbeit im Hospizdienst 2019Teilnehmende des Qualifizierungskurses zur ehrenamtlichen Mitarbeit im Hospizdienst mit Kursleiterin Birgit Schmidt (mittlere. Reihe, 1. v. r.) und Pfarrer Matthias Lenz (hintere Reihe, 2. v. l.).

„Aus einem kleinen Schritt kann so viel entstehen, wenn wir ihn wagen,“ erklärte Pfarrer Matthias Lenz bei der Aussendungsfeier für die neuen Hospizbegleiter Anfang Dezember im Ökumenischen Zentrum in Neckarelz. Gemeinsam mit Bildungsreferent Ulrich Neubert und Kursleiterin Birgit Schmidt gestaltete er den Gottesdienst, der den Abschluss des Qualifizierungskurses zur ehrenamtlichen Mitarbeit im Hospizdienst bildete. 13 Frauen und Männer hatten sich in dem vom Erwachsenenhospizdienst Mosbach angebotenen Kurs auf die Begleitung von Sterbenden und deren Angehörigen vorbereitet. Den Teilnehmenden wurde nun das Zertifikat „Sterbebegleitung im Ehrenamt“ verliehen.

Bereits im Januar war die bunt gemischte Gruppe in den Qualifizierungskurs nach dem „Celler Modell“ gestartet, welcher 16 Kursabende, ein Praktikum, ein Wochenendseminar sowie Besuche im Hospiz und Krematorium umfasste. Die angehenden Hospizbegleiter lernten, eine Situation richtig wahrzunehmen, zuzuhören, zu verstehen, auch in schwierigen Situationen dazubleiben und loszulassen, wenn der entsprechende Zeitpunkt gekommen ist. Ergänzt wurde das von Birgit Schmidt und Matthias Lenz gestaltete Kursprogramm durch die Vorträge eines Palliativmediziners und einer Bestatterin, die Einblick in ihre Arbeit gaben. „Ein langer Weg liegt hinter euch, mit Tälern und Bergen; ein Weg, der auch Spuren hinterlassen hat,“ so fasste Birgit Schmidt den Kursverlauf für die Teilnehmenden zusammen. Das Lernen in der Gruppe vermittelte dabei nicht nur Inhalte, sondern auch Respekt, Achtung und Achtsamkeit. Für die Kursleiter war eindrucksvoll, dass sich alle Teilnehmenden auf das zum Teil tabubehaftete Thema des Kurses und die unterschiedlichen Charaktere der Gruppe einlassen konnten. „Das hat uns besonders gut gefallen“, betonten sie.

Auch die angehenden Hospizbegleiter, von denen die meisten  im Mosbacher Erwachsenenhospizdienst  tätig werden möchten, nahmen den gegenseitigen Austausch als Bereicherung wahr. Die Gruppe war im Kursverlauf immer enger zusammengewachsen. Teilnehmerin Dagmar Kastein hatte vor drei Jahren ihre Mutter beim Sterben begleitet. Daraus entstand der Wunsch, „etwas für Menschen zu tun, die sonst ohne Beistand sterben müssten.“ Für Teilnehmerin Ramona Beyer ist der Abschluss des Qualifizierungskurs das „i-Tüpfelchen“ für ihre Tätigkeit als Gesundheits- und Krankenpflegerin bei der Evangelischen Sozialstation Mosbach. Teilnehmerin und Altenpflegerin Kathrin Neid absolvierte den Kurs nicht nur aus beruflichen Gründen und für die ehrenamtliche Mitarbeit im Hospizdienst, sondern auch für sich selbst, um den Verlust eines nahen Angehörigen zu verarbeiten.

Der Erwachsenenhospizdienst Mosbach bietet den Qualifizierungskurs in der Regel alle zwei Jahre an. Die Ausbildung ehrenamtlicher Hospizbegleiter ist eine wichtig Aufgabe des Dienstes, denn die Hospizarbeit lebt größtenteils vom Ehrenamt. Die Hospizbegleiter schenken schwerstkranken und sterbenden Menschen sowie deren Angehörigen Zeit für Gespräche, Zuhören oder Seelsorge. Des Weiteren bietet der Erwachsenenhospizdienst Beratung zur Palliativpflege sowie Trauerbegleitung an. 

Unbezahlbar - Ehrenamt im Fokus des Welthospiztages 2019

Infostand des Erwachsenenhospizdienstes Mosbach am 5. Oktober in der Mosbacher Fußgängerzone

Oktober 2019

Hält Informationen bereit und wird beim Infostand am 5.10. von Ehrenamtlichen unterstützt: Uta Lang, Koordinatorin des Erwachsenenhospizdienstes Mosbach.

Sterbende Menschen in ihrer letzten Lebensphase zu begleiten, das klingt zunächst bedrückend. Doch für viele Mitarbeitende des Erwachsenenhospizdienstes Mosbach ist Sterbebegleitung auch eine erfüllende Aufgabe. „Wenn man sieht, wie gut man Patienten und Angehörige in einer solch schwierigen Situation unterstützen kann, gibt das einem auch etwas zurück“, so Uta Lang, Palliative Care Fachkraft und Koordinatorin des Erwachsenenhospizdienstes Mosbach. Und sie teilt diesen Eindruck mit den knapp 20 ehrenamtlich Mitarbeitenden, die für die ambulante Hospizarbeit unentbehrlich sind.

Wer sich über die Angebote des Erwachsenenhospizdienstes informieren möchte, ist herzlich zum Besuch des diesjährigen Infostandes eingeladen am Samstag, 5. Oktober 2019, von 9 bis 13 Uhr in der Mosbacher Fußgängerzone (Nähe Rathaus). Hospizkoordinatorin Uta Lang und die ehrenamtlichen Hospizbegleiterinnen und -begleiter freuen sich auf Gespräche, beantworten Fragen und stellen Informationsmaterial zur Verfügung.

„Ohne die Ehrenamtlichen geht es in der Hospizarbeit nicht“, betont Uta Lang und zeigt sich erfreut, dass das Thema Ehrenamt beim diesjährigen Welthospiztag im Mittelpunkt steht. Dabei soll das Ehrenamt künftig „bunter“ werden, so das Ziel des übergeordneten Deutschen Hospiz- und Palliativverbandes. Bisher wird die ehrenamtliche Hospizarbeit nämlich vor allem von Frauen mittleren und höheren Alters getragen. Dieses Bild zeigt sich auch beim Erwachsenenhospizdienst Mosbach, in dessen Team nur wenige Männer zu finden sind. Die Gruppe ist dennoch „bunt“, da sich die Lebenssituationen der ehrenamtlichen Hospizbegleiterinnen und -begleiter deutlich voneinander unterscheiden. Jeder bringt zudem seine ganz persönliche Erfahrung mit den Themen Sterben, Tod und Trauer mit, welche bei vielen ausschlaggebend für die Mitarbeit im Dienst war. Aber eines haben alle Ehrenamtlichen gemeinsam: Sie haben eine zwölfmonatige Ausbildung absolviert, die zur Sterbe- und Trauerbegleitung qualifiziert.

Durch den Erwachsenenhospizdienst Mosbach werden schwerstkranke und sterbende Menschen zu Hause, in Pflegeeinrichtungen oder im Krankenhaus begleitet. Wenn eine Begleitung gewünscht wird, vermittelt Uta Lang die passende Person aus dem Kreis der Ehrenamtlichen. Dabei berücksichtigt sie die Bedürfnisse und persönlichen Vorlieben der Erkrankten. Die Koordinatorin kennt die Ehrenamtlichen gut und hat daher ein feines Gespür, wer zu welchem Patienten passen könnte.

Der Erwachsenenhospizdienst ist eine gemeinsame Initiative der evangelischen und katholischen Sozialstationen und der evangelischen und katholischen Dekanate Mosbach. Der Dienst ist ökumenisch strukturiert, kann aber unabhängig von Konfession und Weltanschauung in Anspruch genommen werden. Die ehrenamtlichen Hospizbegleiterinnen und ‑begleiter schenken Zeit für Gespräche, Zuhören oder Seelsorge. Sie gestalten ihre Besuche ganz individuell, so wie die Betroffenen es wünschen. Des Weiteren bietet der Erwachsenenhospizdienst Beratung zur Palliativpflege sowie Trauerbegleitung an. Alles kann kostenlos in Anspruch genommen werden. 

Zeit schenken, wenn nur noch wenig Zeit bleibt

Koordinationsteam beim Erwachsenenhospizdienst Mosbach ist jetzt wieder komplett

Juli 2019

Von links nach rechts: Marcus Dietrich (Geschäftsführer der evangelischen Sozialstation Mosbach), Uta Lang (Koordinatorin des ambulanten ökumenischen Hospizdienstes), Dr. Christina Bock (stellvertretende Koordinatorin)

Wenn die Medizin an ihre Grenzen stößt, beginnt die Arbeit des ambulanten ökumenischen Hospizdienstes, dem einzigen Dienst dieser Art für Erwachsene im Einzugsgebiet der Stadt  Mosbach. Ehrenamtlich Mitarbeitende, die speziell qualifiziert sind, begleiten schwerstkranke und sterbende Menschen und stehen den Angehörigen bei. Dadurch können viele Erkrankte auch am Lebensende in ihrer vertrauten Umgebung bleiben. Auch wenn das Sterben natürlicherweise zum Leben dazu gehört, ist die Situation meist sehr belastend. Zudem gibt es Organisationsbedarf hinsichtlich Pflege, palliativer Versorgung und Begleitung von Erkrankten und Angehörigen. Hier kommt Uta Lang ins Spiel, die bereits am 1. März die Koordination des Erwachsenenhospizdienstes von Birgit Schmidt übernommen hatte. Mit Dr. Christina Bock konnte nun auch die zweite Stelle in der Koordination besetzt werden. Die beiden Frauen betreuen die ehrenamtlich Mitarbeitenden, planen deren Einsatz, beraten Angehörige und organisieren Hilfen und Angebote. Der Umfang der Angebote reicht hierbei von der Unterstützung der Betroffenen in der letzten Lebensphase über die Sterbebegleitung bis hin zur Trauerbewältigung.

 „Schwerstkranke Menschen auf ihrem letzten Weg zu begleiten, dabei auf ihre persönlichen Bedürfnisse einzugehen und die Angehörigen zu unterstützen, das sind wichtige Anliegen unseres Dienstes“, sagt Uta Lang. Die erfahrene Pflegefachkraft mit Weiterbildung im Hospiz- und Palliativbereich weiß, worauf es am Lebensende ankommt: „Ziel muss sein, ein Sterben in Würde zu ermöglichen.“ Bei Uta Lang können sich Angehörige auch zur Palliativpflege beraten lassen und erhalten wertvolle Tipps zur Linderung von belastenden Symptomen.

Die Schwerpunkte von Dr. Christina Bock liegen in der Öffentlichkeitsarbeit und der internen Organisation. Die Gesundheitswissenschaftlerin kennt die Zahlen: „Der Großteil der Menschen möchte gerne zu Hause sterben. Aber nur bei jedem fünften geht dieser Wunsch in Erfüllung.“ Dabei spiele nicht nur die Unsicherheit der Angehörigen eine Rolle. Oft seien Hilfsangebote nicht hinreichend bekannt. „Wir möchten die Menschen besser informieren“, so Christina Bock, „denn der Erwachsenenhospizdienst bietet nicht nur Sterbebegleitung an. Vorteilhaft ist es, wenn vorher noch Zeit zum Kennenlernen bleibt, damit alles ganz individuell und nach den persönlichen Wünschen geplant werden kann.“

Alle ehrenamtlich Mitarbeitenden haben eine Fortbildung absolviert, die sich über zwölf Monate erstreckt, Theorie und Praxis enthält und schließlich zur Sterbe- und Trauerbegleitung qualifiziert. Die Frauen und Männer aus unterschiedlichen Lebenssituationen schenken Zeit für Gespräche, Zuhören oder Seelsorge. Dadurch werden auch die Angehörigen entlastet. Die Mitarbeitenden kommen sowohl nach Hause als auch in Pflegeeinrichtungen oder ins Krankenhaus. Alle Leistungen können kostenlos und unabhängig von der Religionszugehörigkeit in Anspruch genommen werden.

Der Erwachsenenhospizdienst wird von den evangelischen und katholischen Sozialstationen, den evangelischen und katholischen Dekanaten und dem Diakonischen Werk im Neckar-Odenwald-Kreis getragen und durch die Krankenkassen finanziell gefördert. Marcus Dietrich, Geschäftsführer der evangelischen Sozialstation Mosbach und verantwortlich für den Erwachsenenhospizdienst, betont jedoch, dass dadurch längst nicht alle Kosten gedeckt werden können: „Wir sind dringend auf Spenden angewiesen, um den ambulanten Erwachsenenhospizdienst auch in Zukunft in Mosbach und Umgebung anbieten zu können.“ 

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Wechsel beim Erwachsenenhospizdienst Mosbach
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Den letzten Weg mit den Sterbenden gehen
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Rhein-Neckar-Zeitung, 05.03.2016
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Mosbacher Hospizdienst bietet Schulungen an
Der ambulante ökumenische Hospizdienst hofft auf Unterstützung von Ehrenamtlichen
Rhein-Neckar-Zeitung, 14.10.2014
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