Erwachsenenhospizdienst Mosbach
Erwachsenenhospizdienst Mosbach ambulant - ökumenisch

Presseartikel über unseren Dienst 

Sie finden hier eine Auswahl an Presseartikeln über den Erwachsenenhospizdienst Mosbach. Mit der Pressearbeit möchten wir die Öffentlichkeit über die Arbeit und Angebote unseres Dienstes informieren und für die Belange schwerstkranker und sterbender Menschen sensibilisieren. Zudem möchten wir der Tabuisierung von Sterben, Tod und Trauer in der Gesellschaft entgegenwirken.

Hospizbegleitende sind gut gerüstet 

Firmen, Vereine und Privatpersonen spenden Corona-Schutzausrüstung für den Erwachsenenhospizdienst Mosbach

Mai 2020

Freuen sich über die gespendeten Gesichtsmasken und andere Corona-Schutzausrüstung: die Verantwortlichen des Erwachsenenhospizdienstes Mosbach Marcus Dietrich und Uta Lang mit Monika Weber (Mitte), Präsidentin des Inner-Wheel-Clubs Neckar-Odenwald, als stellvertretende Spenderin.

Das öffentliche Leben wird in der Corona-Krise langsam wieder hochgefahren. Gleichzeitig erfordern die Lockerungen ein verantwortungsvolles Verhalten von jedem einzelnen. Die Schutz- und Hygienemaßnahmen betreffen auch die ambulante Hospizarbeit. Jedoch werden diese Dienste im Gegensatz zu medizinischen Einrichtungen nicht mit Gesichtsmasken, Desinfektionsmittel und Co. ausgestattet. 

Uta Lang, Koordinatorin des Erwachsenenhospizdienstes Mosbach, wandte sich daher im April mit der Bitte um Spenden solcher Schutzausrüstung an die Öffentlichkeit. Als Monika Weber den Aufruf in der Zeitung sah, war für die Präsidentin des Inner-Wheel-Clubs Neckar-Odenwald klar: „Da wird Hilfe benötigt, da müssen wir helfen.“ Der Frauen-Service-Club engagiert sich im sozialen Bereich und unterstützt verschiedene wohltätige Projekte. Zwei Kanister Händedesinfektionsmittel sowie Gesichtsmasken hatte Monika Weber im Gepäck, als sie vor Kurzem zur Spendenübergabe nach Mosbach kam. Auch andere Institutionen und Privatpersonen unterstützten den Erwachsenenhospizdienst mit Sachspenden: Das Chemieunternehmen Solvay aus Bad Wimpfen lieferte Händedesinfektionsmittel. Die Firma Mosca aus Waldbrunn stellte Gesichtsvisiere zur Verfügung. Sie wurden per 3D-Drucker von den Auszubildenden des Maschinenbauers unter Anleitung von Oliver Krieger gefertigt. Ebenso spendete die Familie von Steffen Ernst aus Neckarelz solche Visiere. Zudem nähten viele fleißige Helfer des Haßmersheimer Pfadfinderstamms St. Benedikt Gesichtsmasken aus Stoff.

Insgesamt 50 Stoffmasken, 25 Gesichtsvisiere und 15 Liter Händedesinfektionsmittel wurden an den Erwachsenenhospizdienst übergeben. Uta Lang und Marcus Dietrich, Geschäftsführer der Evangelischen Sozialstation Mosbach, dankten Monika Weber und dem Inner-Wheel-Club Neckar-Odenwald bei der symbolischen Spendenübergabe – auch stellvertretend für alle anderen Spender. „Wir sind berührt von so viel Hilfsbereitschaft und wissen die große Verbundenheit mit unserem Dienst sehr zu schätzen“, so Marcus Dietrich. Und Monika Weber stellte fest: „Schön, dass das, was wir tun, auch ankommt.“  

Die Hospizbegleitungen bleiben trotz der gelockerten Kontaktbeschränkungen zurzeit noch schwierig. „Wir müssen hinsichtlich Corona Schwerstkranke und ihre Angehörigen, aber auch die Ehrenamtlichen im Blick behalten. Alle Beteiligten müssen vor einer Ansteckung mit dem Virus geschützt werden“, erklärt Uta Lang. In den letzten Wochen konnten die Begleitungen fast ausschließlich per Telefon stattfinden. Und noch sind die Besuchsbeschränkungen in den Pflegeheimen und im Krankenhaus nicht komplett aufgehoben. Ein Teil der 26 Ehrenamtlichen gehöre selbst zur Corona-Risikogruppe und müsse noch länger mit dem Dienst vor Ort aussetzen, erläutert die Hospizkoordinatorin. Die Schutzausrüstung sei aber ein wichtiger Schritt zurück zu den Begleitungen im häuslichen Umfeld, in Pflegeheimen und im Krankenhaus.

Bis sich die Türen wieder ganz auftun, bietet der Erwachsenenhospizdienst weiterhin Beratungsgespräche zur Palliativpflege sowie Hospiz- und Trauerbegleitung per Telefon an. Je nach Situation sind auch Begleitungen vor Ort möglich. Alle Angebote sind kostenfrei. „Wir sind auch während der Corona-Krise für die Menschen da“, betont Uta Lang. „Nach einem Gespräch ist vieles leichter und die meisten Dinge lassen sich auch in dieser Zeit problemlos organisieren.“ Mit den eingegangenen Sachspenden sind die ehrenamtlichen Hospizmitarbeitenden gut gerüstet, wenn sie in die Begleitung von Schwerstkranken, Sterbenden und Angehörigen vor Ort zurückkehren können. 

Offenes Ohr für Trauernde

Erwachsenenhospizdienst Mosbach bietet kostenfreie Trauerbegleitung per Telefon an

April 2020

Trauernde finden in Zeiten von Corona telefonisch ein offenes Ohr bei Christina Bock und dem Trauerteam des Erwachsenenhospizdienstes Mosbach.

„Bitte halten Sie Abstand“, so liest man es in diesen Tagen überall. Die geforderte räumliche Trennung, „social distancing“ genannt, gilt als wichtige Maßnahme, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Das Meiden von direkten Kontakten mit anderen Menschen bringt jedoch auch eine gewisse soziale Isolation mit sich. Dies kann auf Dauer seelisch belasten; schließlich ist der Mensch ein soziales Wesen.

Unter der aktuellen Ausnahmesituation leiden besonders Trauernde. Für sie ist ein soziales Netz wichtig, um in der Trauer aufgefangen zu werden. Angesichts der aktuellen gesellschaftlichen Einschränkungen dürfen Trauerfeiern jedoch nur noch im kleinsten Kreis stattfinden, Besuche von Verwandten oder Freunden sind tabu. Doch genau dieses soziale Miteinander gibt Halt und trägt in der Zeit der Trauer. Auch spezielle Angebote für Trauernde, wie Trauercafés oder Trauergruppen, können wegen der Ausbreitung des Coronavirus im Moment nicht stattfinden.

Dr. Christina Bock, die die Trauerangebote des Erwachsenenhospizdienstes Mosbach organisiert, weiß, wie wichtig Gespräche sowie der Austausch mit Gleichgesinnten für Trauernde sind. Bis vor Kurzem trafen sich Trauernde einmal im Monat im Trauercafé „Lichtblick“, um bei Kaffee und Kuchen miteinander zu sprechen und sich in geschützter Atmosphäre begleiten zu lassen. Dies ist zur Zeit nicht möglich. Auch der Start einer neuen, festen Trauergruppe in Mosbach muss nun verschoben werden. „Die Gesundheit der Menschen, die unsere Hilfe suchen, steht für uns an erster Stelle“, betont Christina Bock, die vor ihrem Wechsel zum Erwachsenenhospizdienst als Gesundheitswissenschaftlerin tätig war. „Gleichzeitig wollen wir aber nicht einfach die Tür zumachen, sondern anderweitig für die Trauernden da sein.“ Gemeinsam mit Marcus Dietrich, Geschäftsführer der Evangelischen Sozialstation Mosbach, und dem Trauerteam des Erwachsenenhospizdienstes hat sie ein alternatives Angebot für Trauernde ins Leben gerufen.

Seit Kurzem können Trauernde eine telefonische Trauerbegleitung nutzen, welche wie alle Angebote des Erwachsenenhospizdienstes kostenfrei ist. Die Menschen finden am Telefon ein offenes Ohr, können über ihre Situation sprechen und sich in ihrer Trauer ein Stück begleiten lassen. „Natürlich wäre es schöner, wenn man sich persönlich gegenübersitzen könnte,“ bemerkt Christina Bock, die gerade eine Weiterbildung in Trauerbegleitung abgeschlossen hat. Sie ist jedoch zuversichtlich, dass auch dieses Angebot den Trauernden helfen kann: „Nach einem Gespräch, auch wenn es nur am Telefon ist, fühlt sich vieles leichter an.“

Aus organisatorischen Gründen wird für die telefonische Trauerbegleitung um einen elektronischen Erstkontakt gebeten: entweder per E-Mail (trauer[at]hospizdienst-mosbach.de) oder per Website-Formular. Auf diesem Weg kann dann eine Zeit für den Telefonrückruf vereinbart werden. Die Daten werden nach der Kontaktaufnahme wieder gelöscht; alle Mitarbeitenden unterliegen der Schweigepflicht. „Unser Büro ist nicht rund um die Uhr besetzt“, erklärt Christina Bock. „Deswegen bitten wir um diese Art der Kontaktaufnahme, um die Telefongespräche bestmöglich planen zu können und für jedes Gespräch ausreichend Zeit zu haben.“ Der Erwachsenenhospizdienst Mosbach möchte so Trauernde trotz „social distancing“ weiterhin begleiten. 

Wenn Helfende in Zeiten von Corona draußen bleiben müssen

Erwachsenenhospizdienst Mosbach bietet dennoch weiterhin palliativpflegerische Beratung und psychosoziale Unterstützung 

April 2020

Hospiz-Koordination während CoronaHospizkoordinatorin Uta Lang ist während der Corona-Krise vor allem per Telefon im Einsatz, berät bei Fragen zur Palliativpflege und steht Schwerstkranken und Angehörigen bei.

Die Corona-Pandemie beeinträchtigt auch die ambulante Hospizarbeit in Mosbach und Umgebung. Viele (corona-negative) Schwerstkranke und Sterbende, die in Pflegeheimen wohnen oder im Krankenhaus stationär behandelt werden, können aufgrund der neuerdings geltenden Besuchsbeschränkungen nicht mehr vor Ort begleitet werden. Dies sind einerseits verständliche und wichtige Maßnahmen, um die Ausbreitung des neuen Corona-Virus einzudämmen und Risikogruppen zu schützen. Andererseits bleibt den Betroffenen dadurch der benötigte hospizdienstliche Beistand verwehrt. 

Auch in der häuslichen Umgebung ist die Begleitung von Schwerstkranken und Sterbenden kaum noch möglich. Der Deutsche Hospiz- und Palliativverband betont, dass Betroffene und Angehörige ebenso wie ehrenamtliche Hospizbegleiterinnen und ‑begleiter vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus geschützt werden müssen. Die Mehrzahl der Ehrenamtlichen ist älter als 60 Jahre und fällt damit selbst in die Corona-Risikogruppe, bei der schwerere Verläufe der virusbedingten Lungenkrankheit wahrscheinlicher sind.

„Es zerreißt mir das Herz, dass wir den Menschen im Moment nicht wie gewohnt helfen können“, sagt Uta Lang, Koordinatorin des Erwachsenenhospizdienstes Mosbach, und bringt damit auch das auf den Punkt, was die 26 ehrenamtlichen Hospizbegleiterinnen und -begleiter des Dienstes in diesen Tagen fühlen. Gleichzeitig stellt sie aber klar: „Wir sind trotzdem weiterhin für die Menschen da.“ Per Telefon finden Beratungsgespräche zur Palliativpflege sowie Trauergespräche statt. In Ausnahmefällen sind natürlich auch Vororttermine möglich. In Absprache mit den Betroffenen können laufende Hospizbegleitungen telefonisch oder ambulant zu Hause fortgeführt werden. Alle Angebote sind kostenfrei. Wer einen schwerstkranken Menschen pflegt oder den Verlust eines geliebten Menschen betrauert, wird also auch während der Corona-Krise Rat und Beistand finden.

Marcus Dietrich, Geschäftsführer der Evangelischen Sozialstation Mosbach und verantwortlich für den Erwachsenenhospizdienst, unterstützt dieses Vorgehen: „Auch wenn die Einschnitte schwerwiegend sind, können wir nur so unserer gesellschaftlichen Verantwortung nachkommen.“ In finanzieller Hinsicht bereitet ihm der corona-bedingte Rückgang der Hospizbegleitungen jedoch Sorgen. „Die Förderung, die wir von den Krankenkassen erhalten, hängt von der Anzahl der Begleitungen ab, die der Dienst leistet“, erklärt Marcus Dietrich. „Durch Corona sind wir nun noch mehr auf Spenden angewiesen, um auch nach der Krise Sterbe- und Trauerbegleitung anbieten zu können.“

Uta Lang möchte sich und den Erwachsenenhospizdienst bereits jetzt für die Zeit nach dem Höhepunkt der Corona-Pandemie wappnen: „Wenn wir die Menschen hoffentlich bald wieder persönlich begleiten können, brauchen wir dringend Schutzausrüstung.“ Aber die ist Mangelware. Ambulante Hospizdienste werden im Gegensatz zu medizinischen Einrichtungen nicht mit Gesichtsmasken, Desinfektionsmittel und Co. ausgestattet. Der Erwachsenenhospizdienst hofft daher auf die Unterstützung von Freiwilligen, die Behelfsgesichtsmasken aus Stoff nähen oder Händedesinfektionsmittel zur Verfügung stellen können. So wären die Hospizbegleiterinnen und ‑begleiter gut gerüstet, wenn sich die Türen der Pflegeheime, Krankenhäuser und Privatwohnungen wieder auftun. 

5.200 Euro für den Erwachsenenhospizdienst Mosbach

März 2020

Chorleiter Rupert Laible und die Vorstände der Laible-Chöre übergeben den Spendenscheck an die Verantwortlichen des Erwachsenenhospizdienstes. v. l. n. r.: Chorleiter Rupert Laible, Rainer Lentz (MGV Neckarperle Neckarelz), Sandra Linß (Cantabile Haßmersheim), Walter Knapp (A-Crappella Hochhausen), Sabine Schmid (Sing & Swing Mosbach), Claudia Gerathewohl (Gemischter Chor des MGV Hochhausen), Christina Bock (Erwachsenenhospizdienst Mosbach), Klaus Großkinsky (Chor des Finanzamtes Mosbach), Uta Lang (Hospizkoordinatorin), Claudia Hemmerling (Frauenchor Mosbach), Marcus Dietrich (Geschäftsführer der Evangelischen Sozialstation Mosbach)

In Zeiten von Corona sind gute Nachrichten spärlich gesät. Umso schöner ist es, wenn sich doch etwas Erfreuliches vermelden lässt:
Der Erwachsenenhospizdienst Mosbach erhielt von Chorleiter und Musiker Rupert Laible und seinen Chören einen Spendenscheck in Höhe von 5.200,- Euro. Diesen Betrag hatten die sieben Laible-Chöre vor Kurzem bei einem großen Benefizkonzert in der Marienkirche in Neckarelz ersungen. Dr. Christina Bock, Hospizkoordinatorin Uta Lang und Marcus Dietrich, Geschäftsführer der Evangelischen Sozialstation Mosbach, nahmen den Scheck dankend entgegen. Marcus Dietrich dankte Rupert Laible und den sieben Chorvorständen für ihr großes Engagement und betonte, wie wichtig die Spendengelder für die Aufrechterhaltung des Erwachsenenhospizdienstes sind. Der Betrag, der dem Dienst nun zugutekommt, wird für die Aus- und Weiterbildung der ehrenamtlichen Hospizbegleiter eingesetzt. Die Ehrenamtlichen schenken Zeit, um Sterbende und deren Angehörige zu begleiten und ihnen in der schweren Zeit beizustehen. Obwohl der Dienst von den Krankenkassen finanziell gefördert wird, können dadurch längst nicht alle Kosten gedeckt werden. Deshalb ist der Erwachsenenhospizdienst auf Spenden angewiesen, um auch in Zukunft dazu beitragen zu können, dass der Wunsch nach einem Sterben in vertrauter Umgebung für möglichst viele Menschen in Erfüllung gehen kann. 

Ein bunter Blumenstrauß an Chormusik

Gelungenes Benefizkonzert der sieben Laible-Chöre zugunsten des Erwachsenenhospizdienstes Mosbach

März 2020

Benefiz-Chorkonzert zugunsten des ErwachsenenhospizdienstesDie Zuhörer wurden von Rupert Laible und seinen über 180 Sängerinnen und Sängern auf eine stimmgewaltige musikalische Zeitreise mitgenommen.

Vom 18. Jahrhundert bis heute, von Klassik bis Pop – das Benefiz-Chorkonzert am 8. März zugunsten des Erwachsenenhospizdienstes Mosbach präsentierte sich als bunte musikalische Zeitreise. Sieben Chöre unter der Leitung von Dirigent und Musiker Rupert Laible sangen bekannte und neue Melodien für einen guten Zweck. Zahlreiche Zuhörer waren der Einladung gefolgt und so war die Marienkirche in Neckarelz bis auf den letzten Platz besetzt.

Der Abend stand unter dem Motto „Zeit schenken“ und griff damit einen grundlegenden Aspekt der Hospizarbeit auf. Denn ehrenamtliche Hospizbegleiterinnen und ‑begleiter schenken anderen Menschen Zeit; sie begleiten Schwerstkranke, Sterbende und Angehörige. Pfarrer Dr. Stefan Rencsik betonte in seiner Begrüßung die Bedeutung des Erwachsenenhospizdienstes als ein „unverzichtbarer Dienst am Nächsten“. Für die Betroffenen ist die Hospizbegleitung kostenfrei; der Erwachsenenhospizdienst selbst ist jedoch auf Spenden angewiesen, um auch weiterhin Menschen in schweren Zeiten beistehen zu können. Dr. Christina Bock, die im Hospizdienst für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, dankte allen Beteiligten und erläuterte, dass die am Ausgang erbetenen Spenden für die Aus- und Weiterbildung der Ehrenamtlichen verwendet werden. Ein weiterer Dank kam von Walter Knapp, Vorstand des MGV Hochhausen, der gekonnt und informativ durch das Konzertprogramm führte. Er dankte den Zuhörern, dass sie an diesem Abend Zeit schenken – für den Hospizdienst und die Chöre.

Den gelungenen Auftakt des Konzerts machte der Chor des Finanzamtes Mosbach; er versetzte das Publikum mit „Weit, weit weg“ in eine sehnsüchtige Stimmung. Dirigent Rupert Laible, der viele der dargebotenen Chorarrangements selbst geschrieben hatte, begleitete gefühlvoll am Piano. Erfrischend ging es mit den 30 Finanzamtsängerinnen und ‑sängern weiter: „Morning has broken“, ursprünglich ein gälisches Volkslied, handelt von den Wundern der Schöpfung und wurde durch Cat Stevens zum weltbekannten Popsong. Der Frauenchor Mosbach steuerte mit „Küss mich, halt mich, lieb mich“ zarte, aber beschwingte Töne bei, die vielen aus dem Märchenfilm „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ bekannt waren. Die Frauen schlossen mit dem „Agnus Dei“ des englischen Komponisten Jim Parker. Seinem Namen alle Ehre machte der Chor Sing & Swing: Die Mosbacher starteten mit dem heiteren Filmschlager „Singin‘ in the rain“ und ließen das Publikum spüren, „dass man auch im strömenden Regen singen kann, wenn das Leben mit Liebe erfüllt ist.“ Mit dem voll klingenden „Smile“ von Charlie Chaplin wählte der Chor auch sein zweites Lied aus dem Filmbereich.

In der Mitte des Konzerts gab es einen Überraschungsbeitrag des Hospizprojektchors, der eigens für das Benefizkonzert gegründet worden war. Mit einem selbstgetexteten Lied bedankten sich die Hospizler sehr herzlich bei allen Mitwirkenden und Zuhörern. Danach präsentierte Tamara Kühner ein gefühlvolles und ergreifendes Solo: „Make you feel my love“, ein Bluesrock von Bob Dylan.

Mit „The boxer“ steuerte Cantabile die bekannte Folk-Rock-Ballade von Simon & Garfunkel bei und eröffnete damit den zweiten Teil des Chorkonzerts. Dass es nicht immer viel Text braucht, um Zuhörer mitzureißen, zeigte sich am eingängigen „Lai-la-Lai“ im Refrain dieses Liedes. Die 35 Sängerinnen und Sänger aus Haßmersheim hatten als zweites Lied den berührenden Popsong „Angels“ von Robbie Williams vorbereitet und die Streichinstrumente des Originals in „Uh“- und „Ah“-Flächenklänge übersetzt. Die zahlenmäßig kleinste Formation des Abends war A-Crappella aus Hochhausen. Die zehn Männer präsentierten mit „Ännchen von Tharau“ und „Benia Calastoria“ gleich zwei traditionelle Lieder und beeindruckten mit angenehmen Stimmen und sauberer Intonation. Gleich viermal so viele Sängerinnen und Sänger stellten sich danach im Chorraum der Marienkirche auf: Der Gemischte Chor des MGV Hochhausen hatte mit „Hymn“ einen Klassiker von Barclay James Harvest einstudiert und ließ schöne Harmonien erklingen. Etwas getragener ging es mit dem „Abendlied“ von Josef Rheinberger weiter, einem anspruchsvollen Stück, bei dem sechs verschiedene Chorstimmen raffiniert nacheinander einsetzten. Der Männerchor MGV Neckarperle Neckarelz brachte zunächst mit „La Montanara“ ein italienisches Volkslied zu Gehör. Danach folgte ein Lied, wie es thematisch nicht passender hätte sein können: In „Amoi seg ma uns wieder“ verarbeitet Sänger und Songwriter Andreas Gabalier den Tod seines Vaters und seiner Schwester; ein Lied, das Trost und Hoffnung spendet.

Vor dem großen Finale des Konzertabends mit allen sieben Laible-Chören dankte Marcus Dietrich, Geschäftsführer der Evangelischen Sozialstation Mosbach und verantwortlich für den Erwachsenenhospizdienst, allen Beteiligten und Besuchern. Er reihte sich in die über 180 Sängerinnen und Sänger ein, die sich inzwischen im Chorraum der Marienkirche aufgestellt hatten. Stimmgewaltig und ergreifend erklang „Gabriellas Song“ mit dem Gesamtchor und Solistin Tamara Kühner. Das Lied stammt aus dem schwedischen Musikfilmdrama „Wie im Himmel“ und versprühte Kraft und Lebensfreude. Das rundum gelungene Konzert schloss mit „Dank sei dir“ von Georg Friedrich Händel. Mit stehenden Ovationen zeigte das begeisterte Publikum, dass es an diesem Abend gerne Zeit geschenkt hat. Die vielen Spenden am Ausgang zeugten zudem von großer Hilfsbereitschaft und Verbundenheit mit dem Erwachsenenhospizdienst Mosbach. 

Wie einfache Mittel in der Palliativpflege viel bewirken können

Ausbildungskooperation zwischen der Berufsfachschule für Altenpflege der Johannes-Diakonie und dem Erwachsenenhospizdienst Mosbach 

Januar 2020

Altenpflegeklasse im 3. Ausbildungsjahr an der Berufsfachschule für AltenpflegeHaben Einblick in die Palliativpflege bekommen: Schülerinnen und Schüler des 3. Ausbildungsjahres an der Berufsfachschule für Altenpflege, gemeinsam mit Lehrerin Hildegard Breunig (hintere Reihe, 1. v. l.) und Hospizkoordinatorin Uta Lang (hintere Reihe, 2. v. l.).

Olivenöl, Quark, Honig, Brause, Tee – was wie ein Einkaufszettel klingt, kann auch bei der Pflege am Lebensende helfen. Diese Utensilien hatte Uta Lang, Palliative Care Fachkraft und Koordinatorin des Erwachsenenhospizdienstes Mosbach, im Gepäck, als sie vor Kurzem an der Berufsfachschule für Altenpflege der Bildungs-Akademie der Johannes-Diakonie Mosbach unterrichtete. Für 15 Schülerinnen und zwei Schüler des 3. Ausbildungsjahres stand das Fach „Palliativpflege“ auf dem Stundenplan. Mit Kurzfilmen und im Unterrichtsgespräch erhielt die Klasse Einblick in dieses sensible Thema und bekam Ideen, was man im Pflegealltag mit einfachen Mitteln bewirken kann – Rezepte, die auch zu Hause funktionieren.

Ein wichtiges Thema war hierbei die Mundpflege, die sich am Lebensende oft schwierig gestaltet. Dabei geht es um viel mehr als nur Hygiene; Genuss und Zuwendung haben einen ebenso hohen Stellenwert. „Ganz wichtig ist die Berücksichtigung der Biografie des Patienten“, betonte Uta Lang. „Was trinkt er gerne? Was ist seine Lieblingsspeise?“ Sind diese Fragen beantwortet, ist Kreativität gefragt, denn häufig auftretende Schluckstörungen machen normales Essen und Trinken am Lebensende unmöglich. Abhilfe schaffen da beispielsweise „Geschmackssäckchen“, in die ein kleines Stück Schnitzel, Pralinen oder Obst gesteckt werden. Die Patienten können diese Säckchen „zutzeln“ und den Geschmack ohne Verschluckungsgefahr genießen. Cola, Wein oder Kaffee lassen sich in kleine Sprühfläschchen füllen. Damit kann der Mund des Patienten benetzt werden. „Dieser Trick lässt sich auch von Angehörigen gut anwenden“, berichtet Uta Lang, „denn sie haben oft große Angst, dass sich der Patient beim Trinken verschlucken könnte.“ Und sie erklärte weiter, wie man Zungenbeläge mit Brausepulver sanft lösen, Lippen mit Olivenöl oder einer Mischung aus Quark und Honig pflegen und den Mund mit in Tee getränkten Mundpflegeschwämmchen befeuchten kann. Weitere wichtige Themen aus dem Palliativbereich wie Schmerzbehandlung und Aromapflege standen ebenso auf dem Unterrichtsprogramm.

Die Schülerinnen und Schüler teilten ihre Erfahrungen, die sie bereits selbst mit Sterbenden gemacht hatten. Georg Schneemilch hatte ein Praktikum auf einer Palliativstation gemacht und könnte sich vorstellen, in diesem Bereich auch später zu arbeiten. Menschen beim Sterben beizustehen, sieht er als „eine der wichtigsten Aufgaben.“ Auch Ann-Kathrin Schneider hatte im Rahmen ihrer Ausbildung bereits Menschen am Lebensende begleitet. Sie möchte später gerne eine Weiterbildung in Palliative Care absolvieren und sieht sich als Beraterin – nicht nur für Patienten, sondern auch für Angehörige, die manchmal „mehr Unterstützung als die Betroffenen brauchen.“ Lisa Koch könnte sich hingegen nicht vorstellen, nur im palliativen Bereich zu arbeiten. Sie sorgt sich, dass sie dies zu sehr belasten könnte. Dennoch ist die Schülerin zuversichtlich, dass sie mit der Zeit lernen wird, die nötige Distanz aufzubauen. Auch Uta Lang, die vor ihrem Wechsel zum Erwachsenenhospizdienst Mosbach viele Jahre im stationären Bereich tätig war, weiß, wie belastend der Arbeitsalltag in der Pflege sein kann. Deshalb lautete ihr abschließender Rat für die Schülerinnen und Schüler: „Schauen Sie nach sich und nach denen, die Ihnen anvertraut sind.“

Für Lehrerin Hildegard Breunig ist die Kooperation zwischen der Berufsfachschule für Altenpflege und dem Erwachsenenhospizdienst Mosbach ein wichtiger Baustein in der Ausbildung. „Die Schülerinnen und Schüler sollen Einblick in die Palliativ- und Hospizarbeit bekommen“, wünscht sie sich, „denn sie werden später zum Teil dort arbeiten werden, wo keine Palliative Care Fachkraft vor Ort ist. Dann sollen die Lernenden die Möglichkeiten der Palliativpflege kennen und wissen, wo sie Hilfe anfordern können.“ Diese Hilfe kann von einem ambulanten Hospizdienst kommen. Neben der Beratung zur Palliativpflege sind Sterbe- und Trauerbegleitung zentrale Angebote solcher Dienste, die kostenlos in Anspruch genommen werden können. Hospizbegleiter stehen hierbei schwerstkranken und sterbenden Menschen sowie deren Angehörigen bei und begleiten sie zu Hause, im Krankenhaus oder im Pflegeheim. 

5.000 Euro für den Erwachsenenhospizdienst Mosbach 

Dezember 2019

Spendenübergabe Unternehmen LöffelhardtDie Geschäftsleitenden des Unternehmens Löffelhardt Rainer Rommel (links) und Sabine Bachmann (3. v. l.) überreichten den Spendenscheck an Uta Lang (Koordinatorin des Erwachsenenhospizdienstes, 2. v. l.) und Marcus Dietrich (Geschäftsführer der Evangelischen Sozialstation, rechts).

Der Erwachsenenhospizdienst Mosbach erhielt vom Unternehmen Emil Löffelhardt GmbH & Co. KG aus Schorndorf einen Spendenscheck über 5.000 Euro. Zwei weitere Spenden in gleicher Höhe gingen an andere caritative Einrichtungen. Hospizkoordinatorin Uta Lang und Marcus Dietrich, Geschäftsführer der Evangelischen Sozialstation Mosbach, nahmen den Scheck vor kurzem beim Besuch des Unternehmens in Schorndorf entgegen und dankten der Geschäftsleitung. Bereits seit 1993 spendet die elektrotechnische Großhandelsfirma Geld für soziale Einrichtungen anstelle von Weihnachtsgeschenken. Der Betrag, der dem Erwachsenenhospizdienst Mosbach nun zugutekommt, soll für die Aus- und Weiterbildung der ehrenamtlichen Hospizbegleiter eingesetzt werden. Die Ehrenamtlichen schenken Zeit, um Sterbende und deren Angehörige zu Hause, im Pflegeheim oder Krankenhaus zu begleiten und ihnen in der schweren Zeit beizustehen. Obwohl der Dienst von den Krankenkassen finanziell gefördert wird, können dadurch längst nicht alle Kosten gedeckt werden. Deshalb ist der Erwachsenenhospizdienst auf Spenden angewiesen, um auch in Zukunft dazu beitragen zu können, dass der Wunsch nach einem Sterben in vertrauter Umgebung für möglichst viele Menschen in Erfüllung gehen kann. 

13 neue „Zeitschenker“ unterstützen Hospizarbeit

Aussendungsfeier des Erwachsenenhospizdienstes Mosbach für neue Hospizbegleiter 

Dezember 2019

Teilnehmende des Qualifizierungskurses zur ehrenamtlichen Mitarbeit im Hospizdienst 2019Teilnehmende des Qualifizierungskurses zur ehrenamtlichen Mitarbeit im Hospizdienst mit Kursleiterin Birgit Schmidt (mittlere. Reihe, 1. v. r.) und Pfarrer Matthias Lenz (hintere Reihe, 2. v. l.).

„Aus einem kleinen Schritt kann so viel entstehen, wenn wir ihn wagen,“ erklärte Pfarrer Matthias Lenz bei der Aussendungsfeier für die neuen Hospizbegleiter Anfang Dezember im Ökumenischen Zentrum in Neckarelz. Gemeinsam mit Bildungsreferent Ulrich Neubert und Kursleiterin Birgit Schmidt gestaltete er den Gottesdienst, der den Abschluss des Qualifizierungskurses zur ehrenamtlichen Mitarbeit im Hospizdienst bildete. 13 Frauen und Männer hatten sich in dem vom Erwachsenenhospizdienst Mosbach angebotenen Kurs auf die Begleitung von Sterbenden und deren Angehörigen vorbereitet. Den Teilnehmenden wurde nun das Zertifikat „Sterbebegleitung im Ehrenamt“ verliehen.

Bereits im Januar war die bunt gemischte Gruppe in den Qualifizierungskurs nach dem „Celler Modell“ gestartet, welcher 16 Kursabende, ein Praktikum, ein Wochenendseminar sowie Besuche im Hospiz und Krematorium umfasste. Die angehenden Hospizbegleiter lernten, eine Situation richtig wahrzunehmen, zuzuhören, zu verstehen, auch in schwierigen Situationen dazubleiben und loszulassen, wenn der entsprechende Zeitpunkt gekommen ist. Ergänzt wurde das von Birgit Schmidt und Matthias Lenz gestaltete Kursprogramm durch die Vorträge eines Palliativmediziners und einer Bestatterin, die Einblick in ihre Arbeit gaben. „Ein langer Weg liegt hinter euch, mit Tälern und Bergen; ein Weg, der auch Spuren hinterlassen hat,“ so fasste Birgit Schmidt den Kursverlauf für die Teilnehmenden zusammen. Das Lernen in der Gruppe vermittelte dabei nicht nur Inhalte, sondern auch Respekt, Achtung und Achtsamkeit. Für die Kursleiter war eindrucksvoll, dass sich alle Teilnehmenden auf das zum Teil tabubehaftete Thema des Kurses und die unterschiedlichen Charaktere der Gruppe einlassen konnten. „Das hat uns besonders gut gefallen“, betonten sie.

Auch die angehenden Hospizbegleiter, von denen die meisten  im Mosbacher Erwachsenenhospizdienst  tätig werden möchten, nahmen den gegenseitigen Austausch als Bereicherung wahr. Die Gruppe war im Kursverlauf immer enger zusammengewachsen. Teilnehmerin Dagmar Kastein hatte vor drei Jahren ihre Mutter beim Sterben begleitet. Daraus entstand der Wunsch, „etwas für Menschen zu tun, die sonst ohne Beistand sterben müssten.“ Für Teilnehmerin Ramona Beyer ist der Abschluss des Qualifizierungskurs das „i-Tüpfelchen“ für ihre Tätigkeit als Gesundheits- und Krankenpflegerin bei der Evangelischen Sozialstation Mosbach. Teilnehmerin und Altenpflegerin Kathrin Neid absolvierte den Kurs nicht nur aus beruflichen Gründen und für die ehrenamtliche Mitarbeit im Hospizdienst, sondern auch für sich selbst, um den Verlust eines nahen Angehörigen zu verarbeiten.

Der Erwachsenenhospizdienst Mosbach bietet den Qualifizierungskurs in der Regel alle zwei Jahre an. Die Ausbildung ehrenamtlicher Hospizbegleiter ist eine wichtig Aufgabe des Dienstes, denn die Hospizarbeit lebt größtenteils vom Ehrenamt. Die Hospizbegleiter schenken schwerstkranken und sterbenden Menschen sowie deren Angehörigen Zeit für Gespräche, Zuhören oder Seelsorge. Des Weiteren bietet der Erwachsenenhospizdienst Beratung zur Palliativpflege sowie Trauerbegleitung an. 

Unbezahlbar - Ehrenamt im Fokus des Welthospiztages 2019

Infostand des Erwachsenenhospizdienstes Mosbach am 5. Oktober in der Mosbacher Fußgängerzone

Oktober 2019

Hält Informationen bereit und wird beim Infostand am 5.10. von Ehrenamtlichen unterstützt: Uta Lang, Koordinatorin des Erwachsenenhospizdienstes Mosbach.

Sterbende Menschen in ihrer letzten Lebensphase zu begleiten, das klingt zunächst bedrückend. Doch für viele Mitarbeitende des Erwachsenenhospizdienstes Mosbach ist Sterbebegleitung auch eine erfüllende Aufgabe. „Wenn man sieht, wie gut man Patienten und Angehörige in einer solch schwierigen Situation unterstützen kann, gibt das einem auch etwas zurück“, so Uta Lang, Palliative Care Fachkraft und Koordinatorin des Erwachsenenhospizdienstes Mosbach. Und sie teilt diesen Eindruck mit den knapp 20 ehrenamtlich Mitarbeitenden, die für die ambulante Hospizarbeit unentbehrlich sind.

Wer sich über die Angebote des Erwachsenenhospizdienstes informieren möchte, ist herzlich zum Besuch des diesjährigen Infostandes eingeladen am Samstag, 5. Oktober 2019, von 9 bis 13 Uhr in der Mosbacher Fußgängerzone (Nähe Rathaus). Hospizkoordinatorin Uta Lang und die ehrenamtlichen Hospizbegleiterinnen und -begleiter freuen sich auf Gespräche, beantworten Fragen und stellen Informationsmaterial zur Verfügung.

„Ohne die Ehrenamtlichen geht es in der Hospizarbeit nicht“, betont Uta Lang und zeigt sich erfreut, dass das Thema Ehrenamt beim diesjährigen Welthospiztag im Mittelpunkt steht. Dabei soll das Ehrenamt künftig „bunter“ werden, so das Ziel des übergeordneten Deutschen Hospiz- und Palliativverbandes. Bisher wird die ehrenamtliche Hospizarbeit nämlich vor allem von Frauen mittleren und höheren Alters getragen. Dieses Bild zeigt sich auch beim Erwachsenenhospizdienst Mosbach, in dessen Team nur wenige Männer zu finden sind. Die Gruppe ist dennoch „bunt“, da sich die Lebenssituationen der ehrenamtlichen Hospizbegleiterinnen und -begleiter deutlich voneinander unterscheiden. Jeder bringt zudem seine ganz persönliche Erfahrung mit den Themen Sterben, Tod und Trauer mit, welche bei vielen ausschlaggebend für die Mitarbeit im Dienst war. Aber eines haben alle Ehrenamtlichen gemeinsam: Sie haben eine zwölfmonatige Ausbildung absolviert, die zur Sterbe- und Trauerbegleitung qualifiziert.

Durch den Erwachsenenhospizdienst Mosbach werden schwerstkranke und sterbende Menschen zu Hause, in Pflegeeinrichtungen oder im Krankenhaus begleitet. Wenn eine Begleitung gewünscht wird, vermittelt Uta Lang die passende Person aus dem Kreis der Ehrenamtlichen. Dabei berücksichtigt sie die Bedürfnisse und persönlichen Vorlieben der Erkrankten. Die Koordinatorin kennt die Ehrenamtlichen gut und hat daher ein feines Gespür, wer zu welchem Patienten passen könnte.

Der Erwachsenenhospizdienst ist eine gemeinsame Initiative der evangelischen und katholischen Sozialstationen und der evangelischen und katholischen Dekanate Mosbach. Der Dienst ist ökumenisch strukturiert, kann aber unabhängig von Konfession und Weltanschauung in Anspruch genommen werden. Die ehrenamtlichen Hospizbegleiterinnen und ‑begleiter schenken Zeit für Gespräche, Zuhören oder Seelsorge. Sie gestalten ihre Besuche ganz individuell, so wie die Betroffenen es wünschen. Des Weiteren bietet der Erwachsenenhospizdienst Beratung zur Palliativpflege sowie Trauerbegleitung an. Alles kann kostenlos in Anspruch genommen werden. 

Zeit schenken, wenn nur noch wenig Zeit bleibt

Koordinationsteam beim Erwachsenenhospizdienst Mosbach ist jetzt wieder komplett

Juli 2019

Von links nach rechts: Marcus Dietrich (Geschäftsführer der evangelischen Sozialstation Mosbach), Uta Lang (Koordinatorin des ambulanten ökumenischen Hospizdienstes), Dr. Christina Bock (stellvertretende Koordinatorin)

Wenn die Medizin an ihre Grenzen stößt, beginnt die Arbeit des ambulanten ökumenischen Hospizdienstes, dem einzigen Dienst dieser Art für Erwachsene im Einzugsgebiet der Stadt  Mosbach. Ehrenamtlich Mitarbeitende, die speziell qualifiziert sind, begleiten schwerstkranke und sterbende Menschen und stehen den Angehörigen bei. Dadurch können viele Erkrankte auch am Lebensende in ihrer vertrauten Umgebung bleiben. Auch wenn das Sterben natürlicherweise zum Leben dazu gehört, ist die Situation meist sehr belastend. Zudem gibt es Organisationsbedarf hinsichtlich Pflege, palliativer Versorgung und Begleitung von Erkrankten und Angehörigen. Hier kommt Uta Lang ins Spiel, die bereits am 1. März die Koordination des Erwachsenenhospizdienstes von Birgit Schmidt übernommen hatte. Mit Dr. Christina Bock konnte nun auch die zweite Stelle in der Koordination besetzt werden. Die beiden Frauen betreuen die ehrenamtlich Mitarbeitenden, planen deren Einsatz, beraten Angehörige und organisieren Hilfen und Angebote. Der Umfang der Angebote reicht hierbei von der Unterstützung der Betroffenen in der letzten Lebensphase über die Sterbebegleitung bis hin zur Trauerbewältigung.

 „Schwerstkranke Menschen auf ihrem letzten Weg zu begleiten, dabei auf ihre persönlichen Bedürfnisse einzugehen und die Angehörigen zu unterstützen, das sind wichtige Anliegen unseres Dienstes“, sagt Uta Lang. Die erfahrene Pflegefachkraft mit Weiterbildung im Hospiz- und Palliativbereich weiß, worauf es am Lebensende ankommt: „Ziel muss sein, ein Sterben in Würde zu ermöglichen.“ Bei Uta Lang können sich Angehörige auch zur Palliativpflege beraten lassen und erhalten wertvolle Tipps zur Linderung von belastenden Symptomen.

Die Schwerpunkte von Dr. Christina Bock liegen in der Öffentlichkeitsarbeit und der internen Organisation. Die Gesundheitswissenschaftlerin kennt die Zahlen: „Der Großteil der Menschen möchte gerne zu Hause sterben. Aber nur bei jedem fünften geht dieser Wunsch in Erfüllung.“ Dabei spiele nicht nur die Unsicherheit der Angehörigen eine Rolle. Oft seien Hilfsangebote nicht hinreichend bekannt. „Wir möchten die Menschen besser informieren“, so Christina Bock, „denn der Erwachsenenhospizdienst bietet nicht nur Sterbebegleitung an. Vorteilhaft ist es, wenn vorher noch Zeit zum Kennenlernen bleibt, damit alles ganz individuell und nach den persönlichen Wünschen geplant werden kann.“

Alle ehrenamtlich Mitarbeitenden haben eine Fortbildung absolviert, die sich über zwölf Monate erstreckt, Theorie und Praxis enthält und schließlich zur Sterbe- und Trauerbegleitung qualifiziert. Die Frauen und Männer aus unterschiedlichen Lebenssituationen schenken Zeit für Gespräche, Zuhören oder Seelsorge. Dadurch werden auch die Angehörigen entlastet. Die Mitarbeitenden kommen sowohl nach Hause als auch in Pflegeeinrichtungen oder ins Krankenhaus. Alle Leistungen können kostenlos und unabhängig von der Religionszugehörigkeit in Anspruch genommen werden.

Der Erwachsenenhospizdienst wird von den evangelischen und katholischen Sozialstationen, den evangelischen und katholischen Dekanaten und dem Diakonischen Werk im Neckar-Odenwald-Kreis getragen und durch die Krankenkassen finanziell gefördert. Marcus Dietrich, Geschäftsführer der evangelischen Sozialstation Mosbach und verantwortlich für den Erwachsenenhospizdienst, betont jedoch, dass dadurch längst nicht alle Kosten gedeckt werden können: „Wir sind dringend auf Spenden angewiesen, um den ambulanten Erwachsenenhospizdienst auch in Zukunft in Mosbach und Umgebung anbieten zu können.“ 

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Wechsel beim Erwachsenenhospizdienst Mosbach
NOK Zeit, 04.04.2019
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Den letzten Weg mit den Sterbenden gehen
Birgit Schmidt koordiniert die ehrenamtlichen Helfer
Rhein-Neckar-Zeitung, 29.08.2018
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Hospizbegleitung im Krankenhaus
Neckar-Odenwald-Kliniken kooperieren mit dem ambulanten ökumenischen Hospizdienst
Rhein-Neckar-Zeitung, 09.05.2018
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Ökumenischer Hospizdienst Mosbach: "Wir begleiten alle Menschen"
Seit 20 Jahren gibt es den ambulanten Hospizdienst - Interview
Rhein-Neckar-Zeitung, 05.03.2016
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Mosbacher Hospizdienst bietet Schulungen an
Der ambulante ökumenische Hospizdienst hofft auf Unterstützung von Ehrenamtlichen
Rhein-Neckar-Zeitung, 14.10.2014
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